Windpark Gleiche: Bald drehen sich die Räder

Fundament wird fertiggestellt: Unser Bild zeigt die Bauarbeiten an einem der sechs geplanten Windkraftanlagen zwischen Schrecksbach und Ottrau. Ab Juni soll mit dem Setzen der Türme begonnen werden. Fotos: Göbel

Ottrau/Schrecksbach. Noch ragt keines der Windräder in dem Waldstück zwischen Schrecksbach und Ottrau in den Himmel. Trotzdem wird die Baustelle Tag und Nacht streng bewacht.

Ehe wir uns einen Eindruck von der gigantischen Baustelle machen dürfen, kontrolliert ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma die Ausweise. Schutzkleidung muss angezogen werden, ohne Sicherheitsschuhe kein Einlass. Der Mitarbeiter nimmt seinen Job sehr genau. „Vorschrift ist Vorschrift“, ruft uns der Mitarbeiter noch hinterher, dann geht es zu den eigentlichen Baustellen der einzelnen Windräder. Denn von denen ist von der Straße aus nichts zu sehen.

Wie der Windpark einmal aussehen soll, kann man sich momentan auch mit viel Fantasie nur schwer vorstellen, noch lagern überall die riesigen Bauteile für die rund 150 Meter hohen Anlagen.

Die ersten Fundamente sind bereits fertig, die übrigen befinden sich noch im Bau. „Wir liegen gut im Zeitplan und wollen zu Beginn des nächsten Jahres ans Netz gehen“, sagte EAM-Projektleiter Johannes Rudolph. Auch Horst Kaisinger und Hans-Kurt Bernhardt von der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll zeigen sich optimistisch: „Nach der langen Planungsphase kann der Bau nun Schritt für Schritt fertiggestellt werden“, so Kaisinger.

Turmbau ab Anfang Juni

Wenn die Fundamente fertig sind, soll ab Anfang Juni bereits mit dem Turmbau für die erste Anlage begonnen werden. In der zweiten Juni-Woche wird ein weiterer Kran angeliefert, damit die Errichtung des Turms für eine zweite Anlage beginnen kann. Im Sommer sollen dann die Maschinenhäuser inklusive Rotorblätter der ersten Anlagen montiert werden. „Das hängt aber von den Witterungsbedingungen ab“, erklärte Projektleiter Rudolph. Denn die 56 Meter langen Rotorblätter können nur bei niedrigen Windgeschwindigkeiten angebracht werden.

Viel Bewegung sucht man an diesem Nachmittag auf der Großbaustelle allerdings vergebens. Vereinzelt sind Bauarbeiter mit der fertigstellung der Fundamente beschäftigt, ansonsten herrscht eher Ruhe. „Das hat auch mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben zu tun“, erläutert Rudolph. So ruhen momentan zum Beispiel die Arbeiten an Windkraftanlage 2, um in der Nähe brütende Dohlen, Schwarzspechte und Hohltauben nicht zu beeinträchtigen.

Ein großer Teil der Bauflächen soll nach der Bauphase wieder aufgeforstet werden, auch das ist eine Auflage der Baugenehmigung. Die dauerhaft verbleibenden Rodungsflächen für die Kran-Stellflächen werden an anderer Stelle komplett wieder aufgeforstet.

Die Energiegenossenschaft hat derweil alle Vorbereitungen getroffen, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Kauf von Geschäftsanteilen und der Gewährung von Nachrangdarlehen am Windpark zu beteiligen. Dafür müssen Interessenten Mitglied der Energiegenossenschaft werden bzw. sein, und erhalten dann im Rahmen von Beratungstagen detaillierte Informationen.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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