Strom für 12 000 Haushalte

Windpark bei Schrecksbach nimmt Form an

Der Zwischenlagerplatz an der Straße zwischen Schrecksbach und Immichenhain: Die Betonteile kommen aus Norddeutschland.

Schrecksbach. Der Bau des Windparks „Die Gleiche" ist in vollem Gang, sechs Windräder entstehen. Ende des Jahres sollen sich zwischen Immichenhain und Schrecksbach die Rotoren drehen.

Besonders an den Menschen in Schrecksbach geht die Bauphase des 30-Millionen-Euro-Projekts nicht unbemerkt vorüber. Die Betonmischer von zwei Unternehmen rollen ab frühmorgens an. Den Auftrag für die Fundamentierung der Anlagen haben nach Auskunft von Bürgermeister Norbert Miltz (Ottrau) die beiden Unternehmen Naumann (Kirchheim) und Sibo (Alsfeld). Rund 1000 Kubikmeter Beton bilden ein Fundament.

Mit nächtlichen Schwertransporten werden parallel die Betonhalbschalen für den Bau der sechs Türme von der Firma Enercon aus Norddeutschland angeliefert. Sechs Transporte bewegen sich unter der Woche zwischen 22 Uhr und 6 Uhr durchs Dorf, und das durchaus mit einem überraschenden Tempo, schilderte Bürgermeister Andreas Schultheis (Schrecksbach). Ganz eng werde es am Aussiedleranwesen Kodenhof. Feldwege wurden mit Splitt und Stahlplatten verbreitert und befestigt. Gut für Schrecksbach: Das Unternehmen muss die spätere Instandsetzung bezahlen. Nächste Woche wird die Anlieferung der Betonbauteile abgeschlossen. Solange bleibt das Parkverbot entlang der Route im Ort bestehen, im Sommer steht dann die Anlieferung der Flügel an.

Andreas Schultheis hat den Eindruck, dass die Schrecksbächer die Beeinträchtigung durch den Baubetrieb recht gelassen nehmen. Wie gemeldet, hatte sich das Gemeindeparlament klar gegen eine zunächst vorgesehene Beteiligung am Windpark Gleiche ausgesprochen.

Ob die Gemeinde Ottrau einsteigt und, wie ursprünglich geplant, eine der sechs Anlagen übernimmt, ist noch offen. Laut Bürgermeister Miltz könnte die finale Abstimmung im September sein.

Hintergrund: Strom für 12 000 Haushalte

Die Enercon E-115 Windenergieanlagen auf der „Gleiche“ haben eine Nabenhöhe von 149 Metern. Die Flügellänge beträgt rund 60 Meter.

Die Leistung jedes der sechs Windräder beträgt 3 Megawatt. Sie werden mit Erdkabel an das Umspannwerk der EAM-Tochtergesellschaft Energie Netz Mitte in Ottrau angeschlossen. Die jährliche Energieproduktion des Windparks soll über 40 Mio. Kilowattstunden betragen, das entspricht Strom für 12 000 Haushalte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr. Durch die erneuerbare Energie soll der Ausstoß von jährlich 25 000 Tonnen klimaschädlichen Kohlendioxids vermieden werden, ist auf der Internetseite der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll zu lesen.

Der Bau des ersten Fundaments ist weitgehend abgeschlossen, jetzt laufen die Arbeiten für Fundament fünf, berichtet Bürgermeister Norbert Miltz. Die Reihenfolge sei mit Rücksicht auf die Tierwelt festgelegt worden, zum Beispiel Brutzeiten.

Projektierer ist die EAM Natur. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Bauherrin Energie Netz Mitte GmbH.

Quelle: HNA

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