Gemeindevertreter befürchten Umzingelung des Hochlands: Besonders Pläne von Gemünden würden Gilserberg beeinträchtigen

30 Windräder könnten sich bald drehen

Noch höher: Die Windräder bei Appenhain wurden erneuert und auch vergrößert. Das Foto dokumentiert die Arbeiten im Frühjahr. Foto:  Schittelkopp

Gilserberg. Das Thema Windkraft kam in der Gilserberger Gemeindevertretersitzung zum wiederholten Male auf den Tisch: Nach derzeitigem Planungsstand könnte es möglich sein, dass sich in den kommenden Jahren mehr als 30 Windräder in und um die Hochland-Gemeinde drehen.

„Wenn alles ausgeführt wird, kann man von Umzingelung sprechen“, sagte Martin Dippel (SPD) in der Sitzung am Dienstag im Gilserberger Rathaus. Mehr als 30 über 200 Meter hohe Anlagen würden Landschaft und Wohlbefinden der Menschen im Hochland beeinträchtigen, betonte Wolfgang Urbanek (CDU).

Besondere Bauchschmerzen bereiten den Gilserbergern die Planungen der Nachbarstadt Gemünden. Denn Gemünden will elf Windräder nahe der Gemeindegrenze errichten lassen. Drei Anlagen davon sollen bei Schiffelbach stehen. Davon wäre auch das Wasserschutzgebiet Richtung Moischeid betroffen. „Wir werden alle Nachteile davon haben, aber nicht einen Vorteil“, sagte Urbanek.

In der Änderung des Flächennutzungsplanes, die von der Gemeindvertretung einstimmig beschlossen wurde, werden Teile des Wasserschutzgebiets sowie das Überfluggebiet der Bundeswehr nun für Windkraftanlagen ausgewiesen, das hatten die Mandatsträger in vorigen Sitzungen abgelehnt. „Es wäre nicht sinnvoll, wenn wir uns hier verweigern“, sagte Dippel. Sprich: Baut Gemünden bis an das Gebiet heran, machen es die Gilserberger auch.

Die Mandatsträger lehnen weiterhin die Pläne des Regierungspräsidiums Kassel (RP) ab, am sogenannten Zentralbahnhof (Gemarkung Huerod) ab. Auf dem Gebiet von Hessenforst sollen fünf Anlagen errichtet werden. Die Gemeinde will diesen Bereich nicht in ihren Flächennutzungsplan aufnehmen. Denn der Zentralbahnhof ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, Gilserberger und Schwalmstädter kommen gern zum Walken und Joggen dorthin. Daran möchte die Gemeinde festhalten. Im Zweifel würde man auch klagen, betonte Urbanek. Bürgermeister Rainer Barth plädiert dafür, Einigkeit beim RP gegen das Vorhaben zu zeigen.

Zehn Anlagen drehen sich bereits im Hochland. Insgesamt gibt es Planungen für 16 weitere Windräder (Sebbeterode, Molkeberg, Winterscheid, Heimbach, Moischeid, Gilserberg, Zentralbahnhof), hinzukämen noch Anlagen in Gemünden und Mengsberg. „Wir haben die Ziele der Bundesregierung zur Energiewende in Gilserberg schon übertroffen“, sagte Martin Dippel.

Gilserberg war eine der ersten Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis, die auf Windenergie setzte. 1996 wurden bereits die Anlagen bei Appenhain errichtet, sie wurden jüngst erneuert und vergrößert. 1999 folgte der Windpark Molkeberg an der B3, auch dort drehen sich heute drei vergrößerten Anlagen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Kommentare