Windräder im Wald: Schwalm-Knüll und Hessen-Forst arbeiten zusammen

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Kleines Windrad als Symbol: Horst Kaisinger (links) vom Vorstand der Energiegenossenschaft und die Partner wollen die Energiewende in Schwalm und Knüll voran bringen.

Neukirchen. Die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll und der Landesbetrieb Hessen-Forst haben sich auf eine Zusammenarbeit bei der Errichtung von Windkraftanlagen verständigt. Die Genossenschaft plant, Windräder zur Produktion von Strom in der Schwalm und im Knüll zu bauen.

Das besiegelten beide Partner am Freitag im Neukirchener Rathaus.

Hessen-Forst wird der Energiegenossenschaft Waldgrundstücke für den Bau von Windrädern zur Verfügung stellen. In Ottrau, Frielendorf und im Knüll - dazu gehören Neukirchen, Schwarzenborn, Homberg und Knüllwald - sollen jetzt geeignete Flächen gesucht werden. Im vergangenen Jahr gründete sich die Genossenschaft. „Dass das Modell funktioniert, beweisen die Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien - zweieinhalb Millionen in zehn Monaten“, sagte Werner Braun.

Den Wald mit einzubeziehen, liege auf der Hand. „42 Prozent der Landesfläche sind bewaldet“, erklärte Detlef Stys, Abteilungsleiter für Liegenschaften beim Landesbetrieb Hessen-Forst. „Der Landesbetrieb muss und will einen Beitrag zur Energiewende leisten. Er stellt geeignete Standorte - zwei Prozent der Landesflächen - für den Ausbau der Windenergie zur Verfügung“, sagte er.

Da sich durch die Höhe der Anlagen das meiste „über den Waldkronen“ abspiele, halte er den Schaden für den Wald für vertretbar. Hessen-Forst ist der größte Grundeigentümer.

Neben den Vorständen der Energiegenossenschaft Horst Kaisinger, Hans-Kurt Bernhardt, Dr. Brigitte Buhse und Ernst George, begleiten auch die Bürgermeister der jeweiligen Kommunen das Projekt: „Wichtig ist, dass die Menschen wissen, in welchen Gemarkungen die Musik spielt. Darüber werden wir in den kommenden Monaten in allen Kommunen informieren“, sagte Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann.

Anteile kaufen

Denn das Ziel ist nicht nur, die Region in Zukunft ein wenig unabhängiger in ihrer Stromversorgung zu machen. Die Anlagen ermöglichen in erster Linie eine Bürgerbeteiligung. „Menschen können Anteile an den Windrädern kaufen“, erläuterte Horst Kaisinger. „Wertschöpfung in die Region zu bringen ist oberstes Ziel.“

Im nächsten Schritt werde man nach geeigneten Standorten suchen. Angedacht sind Flächen im hohen Knüll, die westliche Peripherie Frielendorfs und südwestlich von Ottrau, genauer zwischen Immichenhain und Hattendorf. “Durch die Zusammenarbeit mit Hessens-Forst und der Energiegenossenschaft ist es möglich, die nötigen Untersuchungen voran zu bringen und Genehmigungen zu beantragen“, sagte Braun.

Voraussichtlich 2014 könnten die ersten Windräder in Schwalm und Knüll umweltfreundlichen Strom produzieren. (zsr)

Quelle: HNA

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