Landratskandidat Winfried Becker entspannt beim Werkeln

Selbst gebaut: Die Familie Becker im Wohnzimmer vor dem Kamin, der auch als Heizung fungiert. Auch die Schieferwand hat Becker selbst gebaut. Seine Frau Iris schmeißt lieber den Haushalt und kümmert sich um Sohn Tom Lars (9) und Hund Ben. Foto: Dewert

Guxhagen. Winfried Becker kandidiert für das Amt des Landrats im Schwalm-Eder-Kreis. Seit zwölf Jahren ist er Erster Kreisbeigeordneter. Die Wahl ist am Sonntag, 29. März.

Tritt Winfried Becker aus seinem eigenen Schatten, sollte er am 29. März zum Landrat gewählt werden? Der Erste Kreisbeigeordnete (EKB) führt schließlich faktisch seit mehr als einem Jahr die Amtsgeschäfte des Schwalm-Eder-Kreises. Der 54-Jährige würde den zusätzlichen Gestaltungsspielraum jedenfalls als reizvoll empfinden.

Die vergangenen Monate seien auch nicht spurlos an ihm vorübergegangen, sagt Ehefrau Iris Becker. Die zusätzliche Arbeitsbelastung habe man gespürt. Für die Kandidatur hat er die volle Unterstützung seiner Frau Iris und seines Sohnes Tom. „Nach der Wahl wird es auf jeden Fall besser“, sagt Iris. Denn aktuell sei ihr Mann sowohl Landrat als auch EKB. „Er ist nur noch unterwegs“, sagt sie Zum Glück sei Papa regelmäßig in der Zeitung, sonst sehe er ihn überhaupt nicht mehr, habe Sohn Tom schon geunkt, erzählt die 44-Jährige.

Bei Beckers in Guxhagen geht es offensichtlich locker zu. Als ein offenes Haus bezeichnet Iris Becker ihr Zuhause. Die beiden Kinder aus Winfried Beckers erster Ehe kämen ebenso häufig zu Besuch wie Freunde. Freundschaften müssten gepflegt werden.

Allüren sind dem Berufspolitiker fremd. Becker bezeichnet sich selbst als sehr heimatverbunden. „Winfried ist gemütlich“, schiebt seine Frau Iris nach und lacht. Aber wer Becker kennt, weiß, dass er im Berufsleben ein durchaus streitbarer Geist mit Ellenbogen ist. Berlin oder Wiesbaden seien dennoch nie berufliche Optionen für ihn gewesen: „Ich brauche die Nähe zu den Menschen hier“, sagt Becker. Er müsse sie anfassen können.

Grillen mit Freunden, kicken mit seinem jüngsten Sohn Tom und in seiner Elektrowerkstatt Funkmelder der Feuerwehr reparieren - der private Becker ist bodenständig und handfest.

„Er ist handwerklich sogar richtig talentiert“, sagt Frau Iris. Die Böden im Haus, die Schieferwand hinter dem Kamin, nichts, was Winfried Becker nicht selbst umbaut. „Er soll zu Hause runterkommen.“ Wenn das mit Handwerksarbeit klappe, umso besser. Mindestens einmal im Jahr steigt der passionierte Radfahrer für eine große Tour in den Sattel.

Sie sieht es dann als ihren Job an, ihm den Rücken frei zu halten. „Ich leite unseren Familienbetrieb“, sagt sie und meint damit Haus, Hof, Kind und Hund. Sie sei seit einigen Jahren nicht mehr berufstätig, genug zu tun habe sie aber trotzdem. Bis zur Landratswahl am Sonntag, 29. März, wird es wohl noch mehr werden.

Einen Nicht-Angriffspakt mit seinem nach eigener Aussage Freund Mark Weinmeister werde es nicht geben. „Wahlkampf und Freundschaft trennen wir strikt“, sagt Becker. Ob er sich vorstellen könne unter Weinmeister Erster Kreisbeigeodneter zu bleiben: „Das stelle ich mir nicht vor.“ Davon ab sei er als Erster Kreisbeigeordneter gewählt.

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Quelle: HNA

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