2011 wurden hessenweit 115 Strafzettel geschrieben

Winterreifensünder werden selten bestraft

Schwalm-Eder. Seit dem die Winterreifenpflicht im vergangenen Dezember eingeführt wurde, sind nur 115 Strafzettel in ganz Hessen geschrieben worden. Das teilte die zentrale Bußgeldstelle auf Anfrage mit. Diese Zahl ist verschwindend gering.

Zum Vergleich: Im Regierungspräsidium Kassel wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,4 Millionen Anzeigen wegen Verkehrsverstößen bearbeitet.

In der der neuen Verkehrsverordnung heißt es: „Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Winterreifen gefahren werden.“ Wer gegen die Winterreifenpflicht verstößt muss 40 Euro Strafe zahlen und erhält einen Punkt. Kommt es zu einem Unfall oder einer Verkehrsbehinderung drohen sogar 80 Euro Bußgeld.

Für die Polizistin im Kreis ist es indes schwierig, die Winterreifenpflicht zu kontrollieren. Die Verordnung gilt nur bei entsprechender Witterung. „Wenn kein Schnee liegt und es nicht glatt ist, darf auch im Winter mit Sommerreifen gefahren werden“, sagt Dirk Daniel, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes im Schwalm-Eder-Kreis. Deshalb sei es problematisch, spezielle Kontrollen zu organisieren. Wenn Schnee liegt, sind wir damit beschäftigt, die Straßen frei zu halten“, sagt Daniel. Für zusätzliche Kontrollen bleibe dann kaum Zeit.

Trotzdem geht Daniel davon aus, das die neue Verordnung greift und mehr Autofahrer in der kalten Jahreszeit auf Winterreifen umrüsten. Konkrete Zahlen, ob Autofahrer seit der neuen Verordnung häufiger mit Winterreifen unterwegs sind, gibt es jedoch nicht.

Auch Christian Buric, Pressesprecher beim ADAC, begrüßt die Winterreifenpflicht und appelliert an den gesunden Menschenverstand: „Im Oktober sollten Autofahrer unbedingt Winterreifen aufziehen.“

Quelle: HNA

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