Biken bei komfortablen Plusgraden

Sonne und Lagerfeuer: Wintertreffen der Motorradfreunde Hexenschuss

Mobile Küche ist immer dabei: Vincent (links) und Papa Michael Uebel waren aus Oberthulba in den Knüll gereist.

Schwarzenborn - Hartgesottene Biker aus der weiteren Region reisten am Wochenende auf das Knüllköpfchen: Zum elften Mal hatten die Motorradfreunde Hexenschuss um Ellen und Walter Freund sowie Hartmut Schneider zum Wintertreffen am Knüllcamp eingeladen.

„Diesmal herrschen hier fast schon sommerliche Temperaturen“, scherzte Schneider. Im vergangenen Jahr hatte das Thermometer morgens um die Minus zehn Grad angezeigt - für die Biker, die im Zelt übernachteten, ein echter Härtetest. Da muteten die Plusgrade diesmal komfortabel an: Dittmar Schneider, Andreas Lippert, Dirk Ritter und Klaus Kurz ließen sich nicht lange bitten und bauten kurz nach ihrer Ankunft ihr geräumiges Zelt auf. Auch die Familie Staginnus aus Zierenberg - Papa Jörg mit den Jungs Joshua und David - fackelte nicht lange und verankerte die mobile Schlafstätte im nassen Wiesenboden. Angereist waren die Drei mit einer ehemaligen DDR-Maschine, einer MZ Baujahr 1968. „Schrauben muss man schon ein bisschen können“, erklärte Jörg Staginnus seine Leidenschaft für rollende Raritäten. Aber Ersatzteile gebe es nach wie vor genug. Dabei reise man mit der MZ eher beschaulich: „In der Spitze zwischen 90 und 100 Stundenkilometer.“

Paul Fenner war mit seiner Moto Guzzi T5, Baujahr 1983, dabei. Der Rörshainer erklärte: „Ich wasche meine Maschine nie und statte sie mit lustigen Dingen aus.“ Auf der Motorhaube fanden sich ein praktischer Eierbecher mit Löffel und einige Eisenfiguren wieder. Hartmut Schneider hatte dazu einen kernigen Spruch parat: „Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass Mopeds sauber sind, hätte er Pril in den Regen getan.“ Schneider selbst steht jedoch auf die sportliche Variante. Er zeigte seine KTM Adventure, die es bis auf 220 Stundenkilometer bringt.

Schon als Kind besuchte Luca Fuchs (19) das Wintertreffen: Mitterweile kommt er auf seiner eigenen Maschine. Obwohl für Speis und Trank bestens gesorgt war, hatten Michael und Vincent (18) Uebel aus Oberthulba ihre eigene kleine Küche dabei. Der 18-Jährige schwärmte von den Wintertreffen und erzählte: „Ich hab schon als Knirps immer im Beiwagen gesessen. Bei einem Treffen haben wir sogar einen Schneesturm miterlebt.“

Das Treffen knüpft an eine Tradition: an das legendäre Elefantentreffen, das früher am Nürburgring und heute im Bayerischen Wald tausende Motorradfahrer anlockt. Im Knüll setzt man jedoch nicht auf Masse, sondern auf familiäre Atmosphäre. Sechs Jahre lang war der Eisenberg Treffpunkt, zum fünften Mal war es nun das Knüllköpfchen, wo die Besucher am Feuer über Bikes und Benzin plauderten.

Bilder zum Winter-Motorradtreffen

Winter-Motorradtreffen auf dem Knüllköpfchen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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