Renovierung der Zehntscheune in der Homberger Bergstraße ist abgeschlossen – Neuer Veranstaltungsraum

Der Winzling kommt groß raus

Kleinod im Schatten der Homberger Stadtkirche: Pfarrer Tilman Stief (links) und Jugendpfarrer Henning Scharff sind stolz auf die renovierte Zehntscheune an der Bergstraße. Foto: Szamborzki

Homberg. Einen rechten Winkel gibt es in der Zehntscheune nicht. „Hier ist alles krumm und schief“, stellt Jugendpfarrer Henning Scharff fest. Kein Wunder: Die Zehntscheune an der Bergstaße in Homberg ist mehr als 500 Jahre alt.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gebaut, diente der kleine Speicher lange als Lager für den zehnten Teil der Ernte, den die Bauern an die Kirche abtreten mussten. „Das kann in Homberg nicht viel gewesen sein“, scherzt Pfarrer Tilman Stief von der Homberger Petrus-Gemeinde angesichts der geringen Größe des Gebäudes.

Abriss kam nicht in Frage

Nachdem kein Zehnt mehr gezahlt werden musste, verfiel die Scheune. Die Denkmalschutzbehörde verbot einen Abriss, für eine Renovierung hatte der Evangelisch-Lutherische Jugendverein Homberg, dem das Gebäude gehört, jedoch kein Geld. In Vorbereitung auf den Hessentag 2008 wurde das Gebäude in das Förderprogramm Stadtumbau West aufgenommen und die Sanierung konnte beginnen.

Nach drei Jahren Arbeit ist die kleine Scheune fertig saniert. Sie hat einen einzigen großen Raum im ersten Stock, Sockelgeschoss und Dachboden dienen als Abstellräume. „Bei der Renovierung haben wir bewusst alt und neu verbunden“, sagt Tilman Stief.

So habe man sich bei Eingang und Treppenhaus nicht für eine historisch anmutende sondern für eine moderne Edelstahlkonstruktion entschieden. An der Südfassade sei der Scheunencharakter aber bewusst erhalten worden. Im Inneren sind die Wände weiß gekalkt, die schiefen Balken liegen frei. Für Licht sorgen moderne Edelstahlleuchten. Das ist dringend nötig, erklärt Henning Scharff: „Durch die kleinen Fenster kommt sonst zu wenig Licht hinein.“

Die Scheune wird dem Jugendverein und der Petrus-Gemeinde nun als Gruppen-, Sitzungs- und Veranstaltungsraum dienen, allerdings nur während der warmen Monate. „Im Winter wird es zu kalt in der Scheune“, erläutert Scharff. „Eine Heizung mit Wasserrohren durften wir aus Denkmalschutzgründen nicht einbauen.“ So geschützt hält die Scheune vielleicht noch die nächsten 500 Jahre.

Quelle: HNA

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