Neujahrsempfang der Stadt

Ludwig Georg Braun: „Wir sind die Lokomotive“

Ludwig Georg Braun

Wolfhagen. Warum Deutschland die Wirtschaftskrise besser gemeistert hat als andere Staaten, und wie sich das Land und die Kommunen auf die Zukunft vorbereiten sollten - dies waren Themen der Rede von Prof. Dr. Ludwig Georg Braun beim Neujahrsempfang der Stadt Wolfhagen am Sonntagmittag.

Braun, Ehrenpräsident des Industrie- und Handelkammertages sowie Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG nannte in diesem Zusammenhang die Rückbesinnung auf die Ideale der sozialen Marktwirtschaft, das Nutzen des Elements der Kurzarbeit. Dank der Kontinuität der Beschäftigung in den Betrieben sei es gelungen, als sich die Krise dem Ende zuneigte, schnell wieder Tritt zu fassen.

Braun bekannte sich ausdrücklich zu Europa und sieht Deutschland in einer wichtigen Funktion: „Wir müssen die EU ein Stück voranbringen, wir sind die Lokomotive, und da können wir stolz drauf sein.“ Europa müsse zusammenrücken, gemeinsam habe man bessere Chancen, im Wettbewerb mit Ländern wie China, Indien und den aufstrebenden südamerikanischen Staaten mithalten zu können.

Die Zukunft gelte es, planvoll anzugehen: „Wir müssen perspektivisch die Weichen stellen, sodass wir bei veränderten Anforderungen in der Welt mithalten können.“ Ludwig Georg Braun: Frühzeitiges kluges Handeln ist der Kern.“

Neujahrsempfang der Stadt Wolfhagen

Familie und Beruf

Aber auch der Blick aufs Lokale spielte in Brauns Rede eine wichtige Rolle: „Die Familie muss hier in ihrem Ort eine Chance und Lebensbestimmung finden, die ihr Kraft gibt, gestaltend mitzuwirken.“ So könne man die demografische Entwicklung beeinflussen. Wichtig sei, dass Strukturen geschaffen werden, damit Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind. Für die ländliche Region ebenso wichtig: schnelle Datenverbindungen und gute Verkehrsanbindungen. Braun bekannte sich klar zum Ausbau des Flughafens Kassel-Calden als Faktor für den Wirtschaftsstandort Nordhessen.

Er warnte vor zu großer Individualisierung. Das Gemeinwohl sei das Wesentliche: „Es ist so wichtig, dass wir zusammenstehen und in gegenseitigem Respekt den anderen anerkennen in seiner Persönlichkeit.“

Quelle: HNA

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