Wirt ließ vereinbarten Termin platzen

Wirbel um Absage an AfD: SPD Fritzlar löste Facebook-Diskussion aus

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Die rote Karte gezeigt: So titelt der SPD-Stadtverband Fritzlar auf seiner Facebookseite und wertet die Absage an die Partei als ein starkes Zeichen.

Fritzlar. Für Veranstaltungen keine Räume zu finden, war bislang ein Problem der NPD. In Fritzlar stand jetzt die Alternative für Deutschland (AfD) zum zweiten Mal vor verschlossenen Türen.

So musste die AfD nun wieder eine angekündigte Veranstaltung ausfallen lassen oder umdisponieren, weil ein Gastronom den Termin absagte.

Nachdem das erste Mal das Restaurant „Das Nägel“ einen Termin gekippt hatte, war es nun das Hotel „Zur Spitze.“ Das hat der SPD-Stadtverband auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook als starkes Zeichen der Gastronomen gewertet und damit für viel Aufsehen gesorgt.

„Das hat unseren vollen Respekt verdient“, schreibt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Mario Jung. Und weiter: „Wir wollen und brauchen in Fritzlar keine AfD.“ Die Interessen der Bürger würden im Stadtparlament durch die gewählten Fraktionen vertreten - die AfD gehört in Fritzlar nicht dazu.

„So sehen wir es, denn für uns ist die AfD ein Wolf im Schafspelz“, sagt Mario Jung auf HNA-Anfrage. Sie äußerten nun das, was man bislang von NPD und Republikanern gehört habe.

Die Stellungnahme werde man auf der Facebookseite stehen lassen und auch alle Kommentare dazu, betont er. Man diskutiere auch mit den Kritikern, sagt Jung. Es sei nicht die Entscheidung der SPD gewesen, der AfD die Räume nicht zur Verfügung zu stellen, man freue sich aber über die Entscheidung der Wirte.

Reaktionen des Wirtes und der AfD

Stefan Clobes, Inhaber des Hotels „Zur Spitze“, wollte sich auf HNA-Anfrage nicht zu den Vorfällen äußern. „Wenn jemand etwas wissen möchte, kann er sich an mich wenden“, sagt er.

„So geht man mit demokratisch gewählten Parteien nicht um“, erklärte Renate Glaser, die Sprecherin des AfD-Kreisverbandes auf Anfrage. Bei dem Termin in Fritzlar habe es sich um eine Informationsveranstaltung über das Bundesprogramm der Alternative für Deutschland gehandelt. Das sei dem Wirt auch bekannt gewesen.

Bei der Terminabsprache habe man vereinbart, dass nicht vor oder in dem Lokal Werbemittel aufgestellt werden, um den gastronomischen Betrieb nicht zu stören.

Natürlich habe es sich aber um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt, zu der öffentlich eingeladen worden sei, erklärte Glaser. In Fritzlar solle ein AfD-Ortsverband gegründet werden.

Der Wirt des Lokals habe sich am besagten Tag gemeldet und die Zusage zurückgenommen. Die AfD habe bundesweit immer wieder Probleme damit, Veranstaltungsräume zu finden. Im Schwalm-Eder-Kreis sei es diesbezüglich eher noch ruhig, meinte Renate Glaser. Die Alternative für Deutschland stehe bei Veranstaltung aber mit der Polizei in Kontakt, und häufig seien Beamte auch in der Nähe.

Quelle: HNA

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