Stadt Homberg sucht nach Möglichkeiten, das Gasthaus Krone weiter zu betreiben

Wer wird der neue Wirt?

Lange Vergangenheit, ungewisse Zukunft: Das Gasthaus Krone am Homberger Marktplatz steht ab März leer. Jetzt steht die Idee im Raum, dass ein Förderverein sie übernehmen könnte. Foto:  Herzog/nh

Homberg. Ab März ist Homberg um eine gute Adresse ärmer: Dann schließt Wirt Hartmut Ide zum letzten Mal die Tür des historischen Gasthauses ab. Er übernimmt ab 15. März das Bürgerhaus Remsfeld (wir berichteten). Doch was für Ide ein Neuanfang ist, bedeutet für Homberg das Ende einer Tradition.

Jetzt sucht die Stadt nach Lösungen. Immerhin ist es das älteste Lokals Hessen: Seit 600 Jahren werden im Fachwerkbau am Marktplatz Menschen bewirtet. Die Krone befindet sich heute im Eigentum eines amerikanischen Immobilienfonds. Und dem, befürchtet Bürgermeister Martin Wagner, sei es gleich, dass in Homberg ein wichtiger gastronomischer Betrieb schließe und leer stehe.

Neuer Pächter gesucht

Die Stadtverwaltung sucht nach einem neuen Pächter. Dabei fährt sie zweigleisig. Zum einen, sagt Martin Wagner, suche man über Brauereien und den Getränkehandel nach einem Betreiber. Zum anderen aber stehe da die Idee im Raum, einen Förderverein zu gründen. Denn das Konzept der Unterstützung durch einen Förderverein habe ja auch schon bei großen Projekten wie Sanierung von Stadtkirche und Türmerwohnung getragen, sagt Wagner.

Dieser Verein würde als völlig neues Konstrukt aus aktiven Hombergern und Ehrenamtlichen bestehen. „Um ihn zu gründen bedarf es also Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Wagner. Die Idee sei gewagt, könne aber durchaus funktionieren: Dann könne man die Krone sogar kaufen. Das sei mit Eigenkapital und Krediten möglich.

Dass das funktionieren kann, bewiesen ja auch die Fördervereine, die für das Gasthaus Goldener Löwe in Beiseförth und Zur Krone in Körle gegründet worden seien (siehe weitere Berichte). Auch in diesen beiden Orten gebe es ein bürgerschaftliches Engagement, das es ermögliche, wichtige gastronomische Anlaufstellen zu bewirtschaften, sagte Wagner.

Die Stadt Homberg aber werde die Krone keinesfalls erwerben, stellte der Bürgermeister klar: Das sei bei den jetzigen finanziellen Gegebenheiten undenkbar. Zudem habe ein Förderverein der Stadt gegenüber den großen Vorteil, dass er Spenden annehmen darf.

Gasthaus unbedingt erhalten

„Unser Ziel muss es in jedem Fall sein, das älteste Gasthaus Hessens zu erhalten“, sagt Martin Wagner. Eine weitere Dönerbude passe unmöglich ins historische Ambiente, vielmehr seien im Falle, dass ein Förderverein gegründet werde, aktive Menschen aus der Region gesucht, um das gutbürgerliche Konzept fortzusetzen. „Es gibt sicherlich viele Homberger, die ihr Scherflein dazu beitragen würden, die Krone zu erwerben und zu erhalten“, sagt Bürgermeister Wagner.

Die Stadt Homberg jedenfalls untersuche alle Möglichkeiten, um den gastronomischen Betrieb in der Krone weiter aufrecht zu erhalten. SIEHE WEITERE BERICHTE

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Kommentare