DGB kritisiert aber hohen Anteil an Niedriglohn-Beschäftigung

Wirtschaft im Landkreis brummt wie noch nie

Schwalm-Eder. Die wirtschaftliche Entwicklung im Schwalm-Eder-Kreis war noch nie so gut wie derzeit. Das ist die Einschätzung von Hans Georg Korell, der beim Schwalm-Eder-Kreis seit 20 Jahren den Fachbereich für Wirtschaftsförderung leitet.

Indikatoren für diese Erfolgsgeschichte seien die relativ niedrige Arbeitslosenquote (im November 4,4 Prozent), die Investitionstätigkeit der Unternehmen sowie die Auftragslage, soweit sie bekannt ist. Beim Handwerk beispielsweise seien die Auftragsbücher voll, sagt Korell. Im Landkreis gebe es keine Abhängigkeit von einem Großbetrieb. Ausgezahlt haben sich unter anderem die Förderung von Ansiedlungen und die interkommunalen Gewerbegebiete (siehe Hintergrund). Allein im Gewerbegebiet bei Ostheim seien 508 Arbeitsplätze neu entstanden, sagt Korell.

Als ein Beispiel für die Magnetwirkung von Betriebsansiedlungen nennt er die Firma Sartorius, die ihren Sitz von Melsungen in einen Neubau nach Guxhagen verlegt hat.

Einige Zulieferer suchten dort jetzt die Nähe zu Sartorius. Für diese und andere Unternehmen wollten die Gemeinden Guxhagen, Körle und Söhrewald in der Nähe der Autobahn ein gemeinsames Gewerbegebiet erschließen. Korell: „Das wird neue Entwicklungschancen eröffnen.“ Die Erschließung des Gebietes werde voraussichtlich 12,8 Millionen Euro kosten, 7,7 Millionen Euro an Zuschüssen werden erwartet. Der Förderantrag sei bereits gestellt. Firmen erwarteten heute, dass alle Genehmigungsvoraussetzungen vorliegen und sie innerhalb kürzester Zeit mit der Ansiedlung beginnen können.

Der DGB kritisiert hingegen den Niedriglohnsektor. Von den insgesamt 7878 Vollzeitbeschäftigten im Schwalm-Eder-Kreis müssten immer mehr mit unter 1890 Euro brutto auskommen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zwischen 2003 und 2011 flossen aus verschiedenen Töpfen 22,3 Millionen Euro an Zuschüssen in den Landkreis, was Investitionen von 277 Millionen Euro zur Folge hatte. Das Geld stammt aus Töpfen von Land, Bund und Europäischer Union. Hilfen gab es für 81 Projekte.

Nach Angaben des Amtes für Wirtschaftsförderung sind durch diese Zuschüsse 3250 Arbeitsplätze gesichert und 1190 neu geschaffen worden.

Weitere 2733 Stellen seien gesichert worden, weil Unternehmen eine Kreditförderung erhielten. 377 Arbeitsplätze seien so neu entstanden. Eine Kreditförderung erhielten 254 Unternehmen. Sie investierten 61 Millionen Euro.

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Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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