Reiterball in Homberg mit Tanz und Satire

Ehrung mit Blumen: Theresa Leßig und Klaus Rupp waren die erfolgreichsten Springreiter, Susanne Wiegand ( vorn rechts) glänzte in der Dressur. Dahinter Arne Ring, die Vorsitzende Christina Engelbrecht und Anne Gleichmann. Foto: privat

Homberg. Ein großes Angebot für die Homberger: Der Reiterball ist als einziger Ball in einer langen Reihe von ähnlichen Veranstaltungen in der Kreisstadt übrig geblieben.

Und die Reiter wollen diese Tradition auch weiter aufrecht erhalten und das neue Jahr mit Tanz und einem Schuss Satire begrüßen wie am Samstag.

Neben Walzer und Disco- Fox zur Musik der Band Wendys Five ist der ironische Jahresrückblick auf die Homberger Kommunalpolitik fester Bestandteil des Balls. Inhalt des Spiels des vereinseigenen Theaterensembles war die Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr.

Die Szene spielte in die Zahnarztpraxis Dr. Witz, wo die Patienten über das Geschehen der Kreisstadt plauderten. Der neue Bürgermeister habe mit vielen Altlasten seines Vorgängers zu kämpfen, wie den vielen Sparmaßnahmen und der Kostenexplosion des Jugendzentrums im Davidsweg. Man müsse dem „Dr. Witz“ doch eine Chance gebe, sagte die Lisbeth (Claudia Hein), der werde noch einmal groß raus kommen. „Auweia“, konterte das Gegenüber, er werde doch nicht noch mehr wachsen. Aber er könne Homberg vielleicht neuen „Biss“ verschaffen.

Auch über den „Baumschützer“ Otto Pirn wurde spekuliert und Verbesserungsvorschläge folgten. So wäre es doch wichtiger, nicht nur für den Erhalt der Bäume vor der eigenen Haustür zu demonstrieren, vielmehr solle doch an die Bäume gedacht werden, die für die Stromtrasse Südlink gefällt werden müssten. Eine andere Patientin widersprach und meinte, sie sei ja für Windkraft, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür. Die Gesangseinlagen wie Helene Fischers „Atemlos“ wurden von Chris Engelbrecht und Claudia Hein umgeschrieben in „Gnadenlos durch die Nacht“. Darin besangen sie erbarmungslose Zahnschmerzen.

In der Praxis auf der Bühne wurden auch Zähne gezogen, unterbrochen von einer weiterer Gesangseinlage von Arne Ring. Beim abschließenden „Aber bitte mit Sahne“ sangen die Gäste mit und klatschten.

150 Menschen kamen zum Schwoofen in die Stadthalle. Diese Zahl sei seit Jahren in etwa konstant, sagte Christina Engelbrecht. Die Reiter hängen an ihrem Ball. Nachdem viele Bälle wie Fliegerball, CDU-Ball, Sportlerball und Kyffhäuserball in den vergangenen Jahren aus dem Veranstaltungskalender verschwunden sind, möchten sie das Angebot an die Homberger weiter beibehalten. Denn es sei nicht nur ein Ball für Reiter, auch wenn Mitglieder der befreundeten Vereine aus Bad Zwesten und Fritzlar gern als Gäste kämen. Es sei ein Ball für alle Homberger, so Engelbrecht.

Der festliche Anlass ist immer auch eine Gelegenheit die besten Turnierreiter des Vereins zu ehren. Theresa Leßig und Klaus Rupp waren die erfolgreichsten Springreiter, Susanne Wiegand glänzte in der Dressur.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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