Der durch Serien bekannte Schauspieler Michael Trischan war mit Ensemble in Großenenglis zu sehen

Er witzelte sich in die Herzen

Gemeinsam auf der Bühne: von links Armin Vesper (Bunte Bühne), die Künstler Friedmar Lohhöfer, Michael und Attila Trischan sowie Claudia Hartung (Bunte Bühne). Foto: Kiessling

Grossenenglis. Ein Mann betritt die Bühne. Ein Kommentar, ein todernster Blick ins Publikum... Das Publikum lacht. Er fragt seinen Sohn, ob er sich noch an den Tag seiner Geburt erinnert. Dieser verneint. Darauf erwidert der Mann: „Typisch für die heutige Jugend, die sind alle so vergesslich!“

Man nehme eine Prise jüdischen Witz, gewürzt mit ein wenig trockenem Humor, abgeschmeckt mit Klezmer. Der Mann von dem hier die Rede ist, heißt Michael Trischan. Mit seinem Sohn Attila Trischan (Klavier) und Friedmar Lohhöfer (Klarinette) präsentierte er am Samstag im Bürgerhaus Großenenglis sein Programm „Eine erhellende Auseinandersetzung zum Thema Sex am Sabbat“.

Gekonnt trug Michael Trischan jüdische Witze aus einer Sammlung von Ilan Weiss vor. Untermalt wurde der Abend mit jüdisch-traditioneller Klezmer-Musik. „Ich habe keine großartige Philosophie. Die Leute sollen bei mir lachen“, sagt Trischan. Und das schafft der aus Friedberg stammende Schauspieler.

Er witzelte sich mit seiner sympathischen Art in die Herzen der 100 Zuschauer. „Er erzählt gut und bringt die Witze gut rüber“, sagt Käti Kimpel aus Borken, die sich sichtlich amüsierte.

Trischan ist durch Fernsehserien wie „Großstadtrevier“, „Da kommt Kalle“ und „In aller Freundschaft“ bekannt. Die Idee für das kurzweilige Programm entstand aus dem ARD-Zweiteiler „Alphamann“, wo Trischan einen jüdischen Kriminalkommissar spielte.

„Da begann ich mich mit der jüdischen Kultur auseinanderzusetzen, und dann kam eines zum Nächsten.“ Der Schauspieler ist mit mehreren Soloprogrammen unterwegs.

Das Reisen und die kleinen Theaterstücke machten ihm am meisten Spaß. Ihm gefalle außerdem, „mit wie viel Mühe in kleinen Gemeinden alles vorbereitet wird. Das ist sehr dankbar.“

Von der Laienproduktion der Bunten Bühne Großenenglis, die den Abend ausgerichtet hat, ist er beeindruckt. Zum seit 1983 bestehenden Theaterverein gehören derzeit 136 Mitglieder und 25 Schauspieler. Doch erstmalig hat der Verein einen bekannten Künstler in das Bürgerhaus eingeladen. „Das wollen wir jetzt häufiger machen“, sagte Organisatorin Claudia Hartung. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für den 2. und 9 November, dann zeigt die Jugendgruppe des Vereins das Stück „Rettet Rumpelstilzchen“.

Von Saskia Kiessling

Quelle: HNA

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