Architekten stellten Ideen für leerstehende Gebäude vor – Auch Biergarten ist denkbar

Wohnen im alten Bahnhof

Steht seit zehn Jahren leer: der Bahnhof in Guxhagen. Fotos: Schaake

Guxhagen. Der alte Bahnhof in Guxhagen könnte zu einem attraktiven Ortsmittelpunkt werden, „der mit Leben erfüllt wird”. Das sagten die Diplom-Ingenieure Michael Bergholter und Harald Pimper von der Kasseler Architektur- und Planungsgesellschaft ANP am Mittwochabend im Guxhagener Rathaus. Sie stellten die von der Gemeinde in Auftrag gegebene überarbeitete Projektentwicklungsstudie von 2005 vor.

Man habe eingeladen, „um die unendliche Geschichte Bahnhof in die finale Phase zu bringen”, sagte Bürgermeister Edgar Slawik. Etwa 50 Guxhagener waren gekommen, um sich über die Vorschläge zu informieren. Die Gemeindegremien werden sich nach der Sommerpause damit befassen, erklärte Slawik.

Nach den Vorstellungen der ANP gibt es folgende Nutzungsmöglichkeiten: Wartebereich des Nordhessischen Verkehrsverbundes, Büro/Dienstleistung, Café/Gastronomie im Erdgeschoss,   sanierte Wohnungen in den Obergeschossen, Gastronomie/Lager in der alten Güterhalle. Würde diese abgerissen, könnten weitere Parkplätze entstehen.

Architekt Bergholter bezeichnete den Bahnhof als Super-Objekt. 1000 Fahrgäste steigen dort täglich ein und aus. Der Bahnhof sei ein wichtiges Quartier, das historische Gebäude – „baulich in relativ gutem Zustand“ – präge das Ortsbild. Guxhagen habe damit Entwicklungsmöglichkeiten, die andere Orte nicht hätten. Im Zusammenhang mit dem Durchgangs-Radweg, der Fulda und der Breitenau sprach Bergholter von einer wunderbaren Situation: „Sie müssen hier nicht die Welt neu erfinden, sondern können das Beste aus dem Vorhandenen machen.”

Möglich ist laut Bergholter auch eine Außengastronomie mit kleinem Biergarten. „Die Wohnungen haben Charme”, sagte Ingenieur Pimper. Er sprach sich für den Erhalt des Gebäudes aus: „Wir hoffen, dass der Bahnhof bleibt. Ein Abriss wäre so, als würde ich die Kirche aus dem Dorf reißen.”

Die guten Zugverbindungen seien für die Guxhagener ein großer Vorteil, und dazu trage auch der Bahnhof bei. Das sagte Christoph Funke, beim NVV zuständig für die Infrastrukturplanung. Den Kauf des Bahnhofes durch die Gemeinde lobte er: „Sie haben zum richtigen Zeitpunkt das Richtige gemacht.” WEITERE ARTIKEL LINKS

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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