Wohnen unter der Stromleitung: 73-Jähriger sorgt sich nicht vor Südlink

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Leben unter Strom ohne Folgen: Erich Marek lebt in Kerstenhausen direkt unter einer elektrischen Leitung und kann keine gesundheitlichen Folgen bei sich feststellen.

Kerstenhausen. Erich Marek kann die Aufregung um die Stromtrasse Südlink nicht verstehen. Er glaubt nicht daran, dass die geplante Leitung sich auf die Gesundheit der Menschen auswirkt.

Er kann den Widerstand, der sich regt, nicht verstehen. Der 73-Jährige wohnt in Kerstenhausen und lebt seit 1958 direkt unter einer Stromleitung. Er habe keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen dadurch bekommen.

Direkt über seinem Haus in der Kerstenhausener Wohnsiedlung hängen die Leitungen einer 110 Kilovolt (KV) Leitung. Sie führt vom Borkener Umspannwerk direkt zum Edersee. „Ich habe überhaupt keine Bedenken deswegen“, sagt er. Er schlafe gut und sei auch sonst gesund.

Auch in der Nachbarschaft habe es seines Wissens nach in den vergangenen Jahren keine Vorkommnisse gegeben, die man auf die Existenz der Leitungen zurückführen könnte. Kerstenhausen ist besonders betroffen. Am Ortsrand führt von Arnsbach her kommend eine weitere 380 KV-Leitung entlang. Wenn man bei Regen darunter an der Arnsbacher Brücke spazieren gehe, könne es schon einmal passieren, dass es anfange zu knistern, aber das sei alles, was er bislang erlebt habe, erzählt Marek.

Drei Leitungen 

„Eine Zeitlang haben wir sogar mit drei solcher Anlagen gelebt“, sagt er. Eine weitere 220 KV-Leitung habe direkt über den Ort geführt, sie sei allerdings abgebaut worden. Es habe einmal einen Fall von Blutkrebs gegeben, doch das sei lange her und ob ein Zusammenhang bestand, sei nicht bekannt.

Marek ist Elektromeister und hat 40 Jahre lang bei der Preag (Preußen Elektra AG) gearbeitet, zuerst unter Tage und später im Netzbetrieb. Auch unter den Kollegen seien ihm keinerlei gesundheitlichen Probleme bekannt, die Hinweise auf den vermehrten Umgang mit Strom geben würden. „Wir hatten jeden Tag mit Hochspannung zu tun. Ich kenne keinen, der daran erkrankt ist.“ Seine Kollegen seien alle sehr alt geworden.

Er findet es sogar positiv, dass die Anlage direkt über seinem Haus herlaufen. Das sei ein guter Schutz gegen Blitzeinschlag. Marek glaubt, dass die Strahlen, die vom Telefonieren mit den Handys ausgehen, wegen der hohen Frequenzen, weitaus gefährlicher sind.

Auch eine Gleichstromtrasse, wie sie bei Südlink geplant ist, sei aus seiner Sicht nicht schädlich. Er kenne lediglich Untersuchungen, wo es zu Irritationen bei Vögeln gekommen sei, die sich in der Nähe von Sendemasten aufgehalten hätten.

Quelle: HNA

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