250 Strafermittlungsverfahren nach Großrazzia am Harthberg

Drogenhandel am Harthberg: Polizei ermittelt nach Razzia in 250 Fällen

Treysa. Zwei Monate nach der Großrazzia an der Treysaer Asylbewerberunterkunft ziehen Polizei und Staatsanwaltschaft Bilanz. 250 Strafermittlungsverfahren wurden im Zusammenhang mit der großangelegten Polizeiaktion am Harthberg in Treysa eingeleitet.

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Die kriminellen Geschäfte liefen gut rund um das Asylbewerberheim am Harthberg in Treysa - bis die Polizei zuschlug: Drogenhandel im größeren Stil, Hehlerei, Urkundenfälschung (wir berichteten).

Ein Drogenkaufhaus am Harthberg? Die Ermittlungen der Polizei ergaben jetzt, dass monatlich Cannabisprodukte im Kilobereich den Eigentümner wechselten. In geringen Mengen fand die Polizei auch Kokain. Inzwischen wurden 60 Personen, darunter auch einige Jugendliche, als Käufer identifiziert.

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Neben Betäubungsmitteln stellte die Polizei auch größere Mengen Drogerieartikel und Bekleidungsstücke sicher, die aus Ladendiebstählen im Bereich Schwalmstadt stammten. Käufer von Betäubungsmitteln bezahlten das Rauschgift teilweise mit diesen Waren, die sie zuvor gestohlen hatten. Die Drogenhändler verkauften das Diebesgut dann wieder weiter.

Die Polizei geht nun davon aus, dass der Anstieg von Fällen der sogenannten Beschaffungskriminalität im Raum Schwalmstadt nun wieder merklich zurückgehen wird. Hinweise, dass sich scharfe Schusswaffen in der Unterkunft befinden könnten, erhärteten sich nicht.

Laut Polizei hat sich nach der Großrazzia das Klima in der Asylbewerberunterkunft verbessert. Die polizeilichen Aktionen seien von Seiten der überwiegend unbeteiligten Bewohner der Asylbewerberunterkunft positiv wahrgenommen und bewertet worden, heißt es bei der Polizei.

24 Personen festgenommen

Bei der Polizeiaktion am und im Asylbewerberheim Anfang September waren mehr als 260 Beamte im Einsatz gewesen. Am Tag der Durchsuchung wurden zunächst 24 Personen vorläufig festgenommen. Gegen fünf wurde durch das Amtsgericht Schwalmstadt die Untersuchungshaft angeordnet.

Laut Polizei war ein Hauptverdächtiger bereits im Vorfeld der Durchsuchung in Haft genommen worden. Im Zuge der weitergehenden Ermittlungen wurden gegen vier weitere Personen Haftbefehle erlassen, wovon zwei in Frankfurt am Main beziehungsweise in Bayern vollstreckt wurden. Nach zwei Personen wird noch gefahndet.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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