Wohnprojekt für Behinderte in Wolfhagen ist fertig

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Vor der neuen Wohnanlage: Hausleiterin Martina Hasenschar und Bereichsleiter Jörg Schumacher.  

Wolfhagen. Rund zwei Millionen Euro wurden in den Bau einer Wohnanlage des Bathildisheims investiert, in der Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen leben werden. Die ersten Bewohner sind jetzt eingezogen.

16 der künftig 18 Bewohner leben nun in dem Haus an der Wolfhager Worthstraße. Der zentrale Standort wurde dabei ganz bewusst gewählt.

Große Fenster, helle Räume und eine Einrichtung, die die Bewohner mit aussuchen durften: Auf rund 1000 Quadratmetern auf zwei Etagen leben die Frauen und Männer jetzt zusammen in zwei Wohngemeinschaften mit jeweils sechs Personen und drei Appartements mit je zwei Bewohnern.

13 von ihnen lebten vorher im Bad Arolser Ortsteil Neu-Berich und damit sehr ländlich. „Wir wollen auf Dauer die großen Standorte auflösen und hin zu kleineren Wohnanlagen“, sagt Jörg Schumacher, Bereichsleiter beim Bathildisheim. Auch die Möglichkeit, in städtischen Gebieten zu wohnen, will die Einrichtung bieten. So sollen die Bewohner in Wolfhagen einkaufen gehen, mit den Einwohnern der Stadt in Kontakt kommen und so am gesellschaftlichen Leben teilhaben. „Wir planen auch Kooperationen mit Vereinen aus Wolfhagen“, sagt Hausleiterin Martina Hasenschar.

Im Gemeinschaftsbereich: (von links) Karl-Ludwig Heinemann, Gudrun Friese und Elke Witzel.

Während derzeit zehn Frauen und Männer ihr neues Heim verlassen, um in der Werkstatt in Neu-Berich oder im Tagwerk in Volkmarsen zu arbeiten, werden die sechs Senioren in der Einrichtung betreut. Für sie gibt es musikalische Angebote, gemeinsames Kochen oder Spielenachmittage, sagt Hasenschar. Betreut werden alle Bewohner von jeweils drei Mitarbeitern am Vormittag und am Nachmittag. Einer kümmert sich außerdem um den Nachtdienst. Auch ein Teil des Konzepts: Die, die es können greifen denen unter die Arme, die mehr Hilfe benötigen. Finanziert wurde der Neubau mit 470.000 Euro vom Landeswohlfahrtsverband, 150.000 Euro von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck und 110.000 Euro von der Aktion Mensch. Den Rest steuert das Bathildisheim selbst bei.

Ausgebaut werden soll in nächster Zeit die ambulante Betreuung, sagt Schumacher. Dafür sei man derzeit auf der Suche nach geeigneten Wohnungen auch im Landkreis Kassel. „Allerdings gibt es wenig barrierefreien Wohnraum“, sagt er.

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Quelle: HNA

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