Wohnungsnot in Kassel, Leerstand im Altkreis

Wolfhager Land/Kassel. Der Wohnungsmarkt in Kassel ist leer gefegt: Von den 103 000 Wohnungen im Stadtgebiet sind nur noch zwei bis drei Prozent nicht bewohnt. Dies teilte der Immobilienverband Deutschland (IVD) mit.

Hintergrund sind die gute wirtschaftliche Entwicklung und Zuzüge aus dem Umland in die Stadt. Wegen der gestiegenen Nachfrage sind die Preise bei Neuvermietungen im vergangenen Jahr um bis zu zehn Prozent gestiegen.

Ein ganz anderes Bild im Umland. Ab einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometer von Kassel seien vor allem Häuser am Markt nur schwer loszuwerden. Verkäufer müssten bei der Suche nach einem Käufer zum Teil hohe Preisabschläge in Kauf nehmen. Insbesondere dann, wenn auch sonst keine größere Ansiedlung in der Nähe ist oder es einen hohen Sanierungsbedarf am Haus gebe.

Sorgenkind Fachwerkhäuser

Sorgenkind seien dabei besonders die Fachwerkhäuser, sagt die Sprecherin der Landkreisverwaltung in Kassel, Ute Jäger. „Da gibt es in den Dörfern einen massiven Leerstand. Vor allem die energetische Sitution mit hohen Nebenkosten schreckt ab.“ Mittelgroße Städte wie Wolfhagen mit entsprechender Infrastruktur und gutem Nahverkehrsangebot hätten dagegen ein ausgeglichenes Verhältnis bei Angebot und Nachfrage von Wohnungen und Häusern.

Meldungen wie die von Kassel als dynamischster Großstadt Deutschlands schlagen sich auch auf dem Wohnungsmarkt nieder. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist stark gestiegen, sagte Siegfried Putz, Pressesprecher des IVD in Nordhessen, bei der gestrigen Vorstellung des Immobilienpreisspiegels. Dies liegt nicht unbedingt an solchen Meldungen, sondern vielmehr an dem dahinter stehenden wirtschaftlichen Aufschwung.

Von Bea Ricken und Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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