Der Wolf kommt auf jeden Fall: Nabu informiert über die Tiere

Botschafter für den Wolf: Wolfsbeauftragte des Nabu Hessen, Heike Balk, Geschäftsführer Thorsten Cloos, Rolf Angersbach (Vorsitzender Nabu Schwalm-Eder) und Walter Stummer. Foto: Thiery

Homberg. Wenn der Wolf nicht schon in Hessen ist, dann kommt er auf jeden Fall. Da ist sich auch die Wolfsexpertin des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, Heike Balk, von der Landesarbeitsgruppe Wolf sicher.

Damit das Raubtier dann auch willkommen ist, will der Nabu die Menschen möglichst gut informieren, um Vorurteile abzubauen und Ängste zu nehmen.

Zum Homberger Herbstmarkt am kommenden Sonntag bietet der Nabu vor seinen Geschäftsräumen in der Westheimer Straße dazu eine Veranstaltung an.

Mit absoluter Genauigkeit kann auch Balk keine Aussage darüber machen, wie es nun tatsächlich ist, aber auch sie vermutet, dass der Wolf sich bereits bei uns angesiedelt hat.

Der Nabu begrüßt die Ankunft des Wolfes. „Der Wolf gehört in unseren Lebensraum“, sagt Heike Balk. Vor seiner Ausrottung vor 150 Jahren sei er jahrhundertelang in Hessen angesiedelt und Teil des Ökosystems gewesen.

Sein Image sei weiterhin sehr schlecht, daher bedürfe es vieler Aufklärungsarbeit. Und sie verschweigt nicht: „Der Wolf wird auch Probleme machen.“ Besonders die Nutztierhalter, wie Schaf- und Ziegenhirten, müssten sich umstellen. Für sie biete der Nabu Schulungen an, Elektrozäune mit Untergrabungsschutz und der Einsatz von besonderen Herdenschutzhunden seien künftig nötig. Der Nabu sucht Kontakt zu diesen Personen, um sie zu informieren. Entschädigungsleistungen sehe die Landesregierung bisher nicht vor.

Für den Menschen sei der Wolf allerdings nicht so gefährlich, wie viele glaubten. In Deutschland gebe es zurzeit 35 Rudel. Dennoch sei in den vergangenen 15 Jahren, seitdem sich der Wolf wieder in Deutschland angesiedelt habe, kein einziger aggressiver Angriff auf Menschen bekannt.

Der Mensch gehöre nicht in das Beuteschema des Wolfes. Das Tier jage kranke und schwache Tiere in freier Wildbahn und sei daher wichtig fürs ökologische Gleichgewicht. Wer wirklich einem Wolf begegnet, solle sich verhalten wie bei einem Hund. „Genießen Sie den Augenblick, gebärden sie sich laut und entfernen Sie sich langsam“, rät die Expertin.

Auch dem Tourismus tue der Wolf keinen Abbruch. In Niedersachsen, wo sieben Rudel leben, hätten sich Befürchtungen nicht bestätigt. (zty)

• Informationsveranstaltung zum Thema Wolf, Sonntag, 4. Oktober, 11 bis 18 Uhr, Westheimer Straßes mit Bastelaktionen für Kinder.

Quelle: HNA

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