Katzenbabys sollen vermittelt werden

Wolfershäuser ließ Wand einreißen, um Kätzchen zu retten

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Wolfershausen. Hauseigentümer Herbert Schützenmeister aus Wolfershausen hat in seinem Haus eine Wand eingerissen, um ein Katzenbaby aus einer Notlage zu befreien.

Ginger kennt die besten Verstecke. Denn sie ist eine Streunerin, eine Katze ohne festen Wohnsitz. Weil sie ihre vier Katzenbabys schützen wollte, hatte Ginger ihre neun Tage alten Kitten auf einem Grundstück in Wolfershausen (Schwalm-Eder-Kreis) versteckt. Und eins, das vierte Kätzchen, sogar so gut, dass eine Mauer eingerissen werden musste, um es zu befreien.

Der Anfang 

Seit Wochen hatte Herbert Schützenmeister aus Wolfershausen sporadisch eine rot getigerte Katze gefüttert. Denn die Streunerin kam nur manchmal vorbei. An Pfingsten entdeckt Schützenmeister die Katze auf dem Dachboden seiner Garage, wo sie sich mit ihren vier Katzenbabys eingenistet hatte. Sie waren erst wenige Tage alt, hatten gerade die Augen geöffnet. Schützenmeister bat die Katzenhilfe Guxhagen, sich um die Katze und ihren Nachwuchs zu kümmern.

Die Hilfe 

Bei Eintreffen der Helfer hatte Ginger, so wurde die Streunerin mittlerweile genannt, ihre Kätzchen verschleppt. Eins wurde auf dem Dachboden der Garage gefunden, zwei draußen in einem Karton. Das letzte Katzenbaby war zunächst verschollen.

Einsatz im Haus 

Im Haus war ein Fiepen zu hören. Ginger musste an Pfingsten wohl einen Moment genutzt haben, in dem die Haustür offen stand.

Nach der Rettung: von links Claudia Pfeiffer, Norbert Pfeiffer und Dirk Strämke von der Guxhagener Katzenhilfe halfen Herbert Schützenmeister, die Katzenfamilie zu retten. In der Bildmitte Katzenmutter Ginger in der Transportbox. Foto: Nadine Schröter/nh

Die Katzenmutter sollte die Helfer zum Kitten führen. Ginger lief aber auf den Dachboden und verschwand in einem Loch zwischen Schornstein und Dachgiebel. Eine Rettung von innen schien unmöglich, da eine Mauer den Spalt versperrte. Und übers Dach? Dafür hätten Ziegel entfernt werden müssen, und trotz mehrerer Telefonate war an Pfingsten kein Dachdecker zu erreichen.

Die Rettung 

Da hatte Hauseigentümer Herbert Schützenmeister eine Idee: Man könnte doch die kleine Mauer einfach einreißen, um so an das Katzenbaby zu gelangen. Gesagt getan: Durch Fotos mit dem Handy konnten die Retter abschätzen, wie tief das Katzenbaby im Spalt saß und holten es mit einem Kescher heraus.

Der Gesundheitszustand 

Das vierte Katzenbaby musste bereits länger von der Mutter getrennt gewesen sein: „Es war mindestens 24 Stunden ohne Milch und ohne Mutterwärme“, sagte Nadine Schröter von der Katzenhilfe gegenüber der HNA. Das Katerchen wog nur 210 Gramm, 70 Gramm weniger als seine Geschwister. „Aber alle vier Baby sind gesund und haben schon gut zugenommen“, teilte sie mit. Auch Katzenmutter Ginger gehe es gut.

Wie es weitergeht 

Nun leben Ginger und ihr Katzennachwuchs Lulu, Casimir, Anakin und Cisco, das vierte Katzenbaby aus dem Spalt, bei Nadine Schröter. Solange bis die Kitten nicht mehr von der Katzenmutter gesäugt werden. Dann sollen alle kastriert, geimpft und gechipt werden. Dann werden sie vermittelt.

Für seine uneigennütziges Engagement soll Herbert Schützenmeister in den kommenden Tagen von der Guxhagener Katzenhilfe geehrt werden.

Hinweis: Wer die Guxhagener Katzenhilfe finanziell unterstützen möchte, kann dies über das Vereinskonto tun bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder: IBAN DE40 5205 2154 0042 0011 15 BIC HELADEF1MEG

Quelle: HNA

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