Wolfhagen: Ärzte dringend gesucht

Wolfhager Land. Vor nicht mal zehn Jahren zerbrachen sich Gesundheitspolitiker den Kopf, wie sie einer drohenden Ärzteschwemme beikommen können. Inzwischen hat man den Eindruck, dass sie ganze Arbeit geleistet haben. Ein Blick ins Wolfhager Land:

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In der Kreisklinik, die sich über die vergangenen Jahre einen ausgesprochen guten Ruf erarbeitet hat, ist seit Juni die Stelle des Chefarztes der Inneren Medizin unbesetzt. Der langjährige Stelleninhaber ist Ende Mai in den Ruhestand gegangen. Dass man nicht früh genug mit der Suche nach einem Nachfoger begonnen habe, kann man der zuständigen Gesundheit Nordhessen nicht vorwerfen. Die Stelle, so Pressesprecherin Inga Eisel, „wurde deutlich vorher ausgeschrieben und beworben“.

Es habe auch Gespräche gegeben, „in denen jedoch kein geeigneter Bewerber gefunden wurde“. Zurzeit wird über eine Personalagentur gesucht, während Oberarzt Dr. Matthias Hughes die Aufgaben des Chefarztes kommissarisch mit erledigt. Woran liegt’s, dass sich für die bei den Patienten beliebte Wolfhager Klinik so schwer Ärzte für die Führungspositionen finden lassen? „Ein Problem “, sagt Eisel, „ist der Ärztemangel, der sich in ländlichen Regionen deutlicher bemerkbar macht“.

Die Bewerber „können sich aus etlichen Angeboten eine Stelle aussuchen und entscheiden sich in der Regel für größere Städte“. Es sei ein ganzes Paket von Faktoren, das bei der Ortswahl eine Rolle spielt, sagt Katja Möhrle, Pressesprecherin der Landesärztekammer. Man befasse sich intensiv mit der Frage, warum sich immer weniger Ärzte auf dem Land niederlassen oder in einer Klinik auf dem Land arbeiten wollen.

Neben den Arbeitsbedingungen spiele das Angebot des Ortes eine Rolle: Hat auch der Lebenspartner dort gute Berufsaussichten? Wie ist das Schulangebot für die Kinder? „Kleine Kommunen müssen darauf achten und sich noch mehr anstrengen, solche Rahmenbedingungen zu schaffen“, erklärt Möhrle. Keine leichte Aufgabe für Städte wie Wolfhagen, und kaum zu schaffen für Orte wie Naumburg, wo einer der beiden Hausärzte in den Ruhestand gehen möchte und keinen passenden Nachfolger findet.

Quelle: HNA

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