Berufspaten helfen bei Suche nach Ausbildungsplatz

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Helfen jungen Leuten beim Übergang von Schule zu Ausbildung: Anke Schäfer von der Jugendberufshilfe des Landkreises Kassel (vorn) und der ehrenamtliche Berufspate Simon Halberstadt.

Wolfhager Land. „Viele haben Schwierigkeiten, den Sprung von Schule zu Job zu schaffen, aber machen den Job dann gut“, sagt Simon Halberstadt. Der 33-jährige Diplom-Kaufmann arbeitet bei der Kasseler Firma Wingas in der Geschäftsentwicklung - und nebenher ehrenamtlich als Berufspate.

Im Herbst 2010 meldete er sich bei Anke Schäfer, die das Projekt für den Landkreis Kassel betreut, im Sommer 2011 bekam er seinen ersten Schützling. Der macht inzwischen erfolgreich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei einer großen Discounter-Kette. „Mein Ansatz ist es, langfristig zu helfen, Bildung zu erwerben“, erklärt Halberstadt. Weiterqualifizierung sei wichtig, denn sie erhöhe die Chance, langfristig beruflich tätig zu sein.

„Paul (Name geändert) wollte erst in Richtung Dolmetscher oder Hotelfach, aber die zu erwartenden Arbeitszeiten und die Bezahlung fand er dann nicht so gut“, erzählt der Berufspate. Paul sei an der Realschule nicht weitergekommen und habe dann seinen Hauptschulabschluss an einer beruflichen Schule gemacht. „Er hat selbst erkannt, dass er eine Ausbildung machen und sich später weiterbilden will“, sagt Halberstadt.

Der Junge habe etwas im Kopf, sei aber durch die Umstände an seiner alten Schule demotiviert gewesen. „Ich habe geglaubt, dass er das hinkriegt. Wir sind auf den Einzelhandel gekommen, weil es bei dem Discounter viele betriebsinterne Möglichkeiten gibt, sich weiterzubilden.“

Gemeinsam überlegt

Dann überlegten sie gemeinsam, wie man an den Job herankommen könnte. „Es war mir wichtig, dass er sich selbst eine Stelle sucht und die Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Ich habe nur Hilfestellung gegeben“, erklärt Halberstadt.

In den Osterferien habe Paul ein Praktikum in einem Supermarkt gemacht. „Die Stelle hat er sich selbst gesucht. Dann wurde er von dem Discounter zu einem Wissenstest mit Bewerbungsgespräch eingeladen. Vorher haben wir das Bewerbungsgespräch geübt, es war sein erstes.“ Im August begann Paul die Ausbildung bei dem Discounter. „Manchmal kaufe ich da ein, dann sprechen wir ein paar Worte“, erzählt Halberstadt weiter.

„Es ist schön zu sehen, dass ich jemand, bei dem der Wunsch besteht, weiter zu kommen, dabei helfen kann, diesen Wunsch umzusetzen.“ Oft ginge es einfach nur um moralische Unterstützung. „Mit einfachen Mitteln und beschränktem Zeitaufwand kann man viel erreichen“, sagt der Berufspate zum Schluss.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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