Flüchtlinge und Wolfhager nähen gemeinsam Taschen

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Einblick in die Näh-Werkstatt: Ehrenamtliche und Flüchtlinge, derzeit sind es Afghanen, die alle in der Pommernanlage leben, nähen gemeinsam Taschen, Schürzen und Wickeltücher. Unterstützt wird das von Vizelandrätin Susanne Selbert, Vera Wenzel und Anne Fuchs-Hanske vom DRK-Familienzentrum (im Bild hinten von rechts).

Wolfhagen. Nähmaschinen rattern, es wird geschnuddelt und gelacht: Jeden Dienstag kommen mehrere Flüchtlinge aus der Pommernanlage zur Nähwerkstatt im Wolfhager Jugendzentrum.

Unter der Anleitung von mehreren ehrenamtlichen Helfern wird unter anderem an Taschen gearbeitet.

Sogar Geschäfte aus Wolfhagen haben mittlerweile Interesse angemeldet.

Bijan Otmischi, Integrationsmanager beim Landkreis, hatte die Idee zu den sogenannten PommBags, also Taschen, die in der Pommernanlage gefertigt wurden. Vera Wenzel, ebenfalls beim Landkreis für die Arbeit mit den Flüchtlingen zuständig, hat die Arbeit schließlich fortgesetzt. Doch in der Kleiderkammer der Pommernanlage wurde es schnell zu eng, im Kulturladen auch. Seit einigen Monaten näht die Gruppe nun jeden Dienstag im Wolfhager Jugendzentrum in der Stadthalle. Wenzel fällt das viel besser, schließlich ist es auch Sinn der Sache, dass die Flüchtlinge mit dem Ort Wolfhagen näher verbunden sind. Das DRK-Familienzentrum übernimmt nicht nur die Fahrten zwischen Pommernanlage und Jugendzentrum, sondern organisiert auch die Nähwerkstatt.

Das DRK-Familienzentrum hat auch vier weitere Nähmaschinen angeschafft, einige weitere wurden gespendet. Darin sitzen die Frauen und Männer nun jede Woche und entwickeln gemeinsam mit den Ehrenamtlichen neue Ideen. Neben Taschen und Baby-Badetüchern sind bereits auch Bettwäsche und Schürzen entstanden. Geplant sind als nächstes Gardinen, die die Räume in der Pommernanlage noch wohnlicher machen sollen.

Die Taschen sind mittlerweile auch bei Wolfhager Geschäften beliebt. So haben die Flüchtlinge bereits jeweils gut 60 für die Buchhandlung Mander und das Modehaus Fricke angefertigt. Die bunten Stofftaschen werden bald gegen eine Spende an die Geschäftsleute abgegeben. Dabei hätten längst nicht alle Flüchtlinge Erfahrungen mit dem Nähen, auch Anfänger sind immer mal wieder dabei. Doch denen helfen die Ehrenamtlichen, allen voran Gisela Eisinger. Sie ist Fachlehrerin für Textil.

Auch die anderen Helferinnen leiten an, schneiden Stoffe zu und, ein wichtiger Punkt der Näh-Werkstatt - kommen mit den Flüchtlingen ins Gespräch. Gemeinsam wird auch mal eine Pause eingelegt, um sich beim Tee trinken auszutauschen. Zumindest, wenn nicht gerade Ramadan ist.

Um die Deutschkenntnisse der Frauen und Männer zu verbessern, gibt Sonja Schimke während der Näh-Werkstatt außerdem Einzel-Deutschunterricht.

Die Ehrenamtlichen würden sich freuen, wenn sich einige junge Frauen dem Nähprojekt noch anschließen würden. Sie können einfach dienstags dazu kommen.

Spenden gesucht

Für die Nähwerkstatt werden unterschiedliche Stoffe guter Qualität zur Verarbeitung gesucht. Unter anderem werden blickdichte Gardinen benötigt und Frottee-Handtücher.

Wer Textilien spenden möchte, kann sie dienstags im Jugendzentrum in der Stadthalle, zwischen 9 und 11 Uhr, oder im DRK-Familienzentrum abgeben.

Quelle: HNA

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