Der 17-jährige Julian Köhler macht in Wolfhagen eine Ausbildung zum Forstwirt

Ein Idealist mit der Motorsäge

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Hat die Bereitschaft zu körperlicher Arbeit im Freien: Der 17-jährige Julian Köhler aus Wolfhagen ist begeistert von seinem Ausbildungsberuf Forstwirt.

Wolfhagen . Etwas erschöpft sitzt der 17-jährige Julian Köhler in einer kleinen, ofenbeheizten Schutzhütte mitten im Revierteil Burgholz des Staatswaldreviers Bad Emstal. Eigentlich sollte er noch einige Kiefern fällen, doch die widrigen Wetterumstände an diesem Tag verschaffen ihm unverhofft eine Pause.

Julian ist Auszubildender zum Forstwirt im ersten Lehrjahr – und Idealist. Nach seinem Realschulabschluss an der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule fasste er einen Entschluss: In der freien Natur wollte er arbeiten, modernste Technik kennenlernen und Verantwortung übernehmen. Gleich seine erste und einzige Bewerbung beim Forstamt Wolfhagen war von Erfolg gekrönt.

„Als Forstwirt arbeite ich generationsübergreifend“, sagt der erst 17-Jährige bedacht. „Auf meine Umsicht kommt es an, damit auch zukünftige Generationen noch vom Wald profitieren können." Die besondere Ausbildungsphilosophie des Forstamtes Wolfhagen komme ihm daher sehr entgegen. Neben der Holzernte, dem Begründen und Verjüngen der Waldbestände gelte ein Ausbildungsschwerpunkt auch der Natur- und Landschaftspflege. „Hier lerne ich zum Beispiel, Feuchtbiotope anzulegen oder Bachläufe zu begradigen“, sagt Julian. Die Verantwortung höre auch dann nicht auf, wenn ein Baum gefällt werden müsse: „Ich schaue zuerst nach, ob sich nicht ein Nest in der Astkrone befindet“.

Wer den Beruf des Forstwirts mit Leidenschaft ausüben wolle, müsse eben ein Grundinteresse an der Natur und der Ressource Wald mitbringen, glaubt Julian. Auch die oftmals harte körperliche Arbeit schrecke ihn nicht. Allerdings: „Auch mit meinen eigenen Kräften muss ich nachhaltig umgehen“. Im Wald und besonders im Umgang mit der Motorsäge könne jeder Fehler tödlich enden. „Meine Arbeit ist immer nur so sicher, wie ich sie selbst gestalte“, sagt der Auszubildende. Alle Unfallverhütungsvorschriften beherrscht er daher seit dem Beginn seiner Lehrzeit aus dem Stehgreif.

Ein guter Zusammenhalt im Team sei ebenso unerlässlich. Jede Situation sei einzigartig, nie gebe es Wiederholungen: Mal haben die Bäume unterschiedliche Charakteristiken, mal bereite die Witterungslage Probleme. „Dann muss man sich auf seine Kollegen verlassen können, denn im Forst sind wir aufeinander angewiesen“.

Entscheidung gefällt

Die erste Feuertaufe hat Julian bereits hinter sich. Nach Aufnahme der Lehre im August begann eine dreimonatige Probezeit. „Hier scheiden sich die Geister“, verrät der 17-Jährige. „Aber ich habe mich entschieden. Auch nach Ablauf meiner Lehrzeit kann ich mir nichts Wertvolleres vorstellen als den täglichen Umgang mit dem Wald.

Quelle: HNA

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