Besucher genossen die abwechslungsreichen Veranstaltungen im Altkreis

Kirchentag im Wolfhager Land

+
Standen im Mittelpunkt: Zahlreiche Gotteshäuser, wie hier in Breuna, hatten beim Kirchentag ihre Pforten geöffnet und boten verschiedene Veranstaltungen an.

Wolfhagen. Unter dem Motto „Komm mal rüber“ stand der Kirchentag des Evangelischen Kirchenkreises Wolfhagen und lud bei herrlichem Wetter zu individuellen Aktionen und Gottesdiensten ein. Ganz egal ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad - am Sonntag konnten sich Besucher auf den Weg machen, um sich von der Schönheit der Kirchen und ihrer Schätze zu überzeugen.

In der Breunaer Kirche wartete ein ungelöstes Rätsel um den Taufstein auf den Besucher. Die Herkunft des Beckens sei unklar. Sicher sei nur, dass der Taufstein älter als die Kirche sei. „Es wird vermutet, dass hier vorher eine ältere Kirche stand“, sagt Horst-Friedrich Hülsbeck, Kirchenvorstand Breuna-Oberlistingen.

Als man im 18. Jahrhundert die Kanzel von rechts nach links versetzt, entdeckte man im Boden den eingebuddelten und zerstörten Taufstein. „Die eine Hälfte wurde zum Glück aufgehoben. Die andere wurde in den Gewölbebogen eingebaut“, sagt Hülsbeck. 2007 wurde der auf das Jahr 1000 datierte Taufstein aufwendig restauriert. Besucher können sich von dem kunstvoll verzierten Taufstein aus der Frühromanik selbst überzeugen.

Ein ganz anderes Geheimnis umhüllt die Leckringhauser Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist nicht gen Osten, sondern Norden ausgerichtet. „Warum das ist so ist, weiß kein Mensch“, sagt Prädikant Günther Dreisbach. Man vermute aber, dass das bautechnische Gründe hatte, sagt Dreisbach.

Für die musikalische Abwechslung war ebenfalls gesorgt. Die 1772 erbaute Kirche in Ippinghausen lud zu einem kleinen „Wunschkonzert“ ein. In der Kirche konnten Besucher auf Zuruf ihre Wunschtitel aus dem Gesangbuch auswählen. Das sei nicht neu, so Pfarrer Dieter Christian Peuckert. Es sei aber eine große Herausforderung für den Organisten. „Das muss man sich schon trauen. Auch mal spotan im Vorspiel die Pfeifen einzusetzen“, sagt Peuckert.

In der Dörnberger Kirche konnten sich Besucher von dem technisch äußerst raffinierten Sterngewölbe überzeugen. Das aus der späten Gotik stammende Gewölbe zeigt Symbole und Heiligen. „Das ist für so ein kleines Dorf eine große architektonische Leistung“, sagt Peter Schnegelsberg, Mitglied des Kirchenvorstandes Dörnberg.

Gruselig wurde es in der Wettesinger Kirche. Pfarrer Heinrich Krews wurde um 1600 im Streit vom Bauern Thonies Bake erstochen. Er starb an den Folgen einer Blutvergiftung.

Nach all den viele aufregenden Geschichten, interessanten Rätseln und musikalischen Abwechslungen konnten die Besucher des Kirchentages am Sonntagabend das Fest mit einem gemeinsamen Abendgebt ausklingen lassen.

Quelle: HNA

Kommentare