Wolfhagens Abenteurer Staden soll populärer werden

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Tauschten Geschenke aus: Der ehrenamtliche Leiter des Regionalmuseums Wolfhager Land, Wolfgang Schiffner, der Leiter des Martius-Staden-Institutes in Sao Paulo (Brasilien), Eckhard Kupfer, und Wolfhagens Erster Stadtrat Horst Förste (von links).

Wolfhagen. Hans Staden, Brasilienreisender, Abenteurer, Buchautor und berühmter Bürger Wolfhagens im ausgehenden Mittelalter, soll noch stärker ins Bewusstsein der Nordhessen treten.

Bereits vor einigen Jahren hatte Altbürgermeister Gieselher Dietrich die Idee, in Wolfhagen etwas zu schaffen, das an den Landsknecht erinnert. Für den Gedanken kann sich auch Rathauschef Reinhard Schaake erwärmen. Und so war dies einer der Gründe, der Eckhard Kupfer, Leiter des Martius-Staden-Institutes in Sao Paulo, Brasilien, jetzt nach Wolfhagen führte.

Wie die Würdigung Stadens am Ende aussehen werde, sei noch völlig offen, sagt Wolfgang Schiffner, ehrenamtlicher Leiter des Regionalmuseums Wolfhager Land. Ein Vorschlag fokussiert auf eine Statue am Hospitalsplatz, unterhalb der Alten Burg. Schiffner selbst bringt einen Pfad in die Diskussion ein. Der könne am Wohnmobilstellplatz seinen Anfang nehmen, über mehrere Stationen durch die Stadt führen und am Regionalmuseum enden. Kupfer, Herr über das größte Einwanderungsarchiv Südamerikas, lobte am Mittwoch den Vorstoß. Er bot seine Hilfe bei der inhaltlichen Gestaltung der einzelnen Etappen an. Auch Künstler, Schüler und die Wirtschaft könnten ins Boot geholt werden, um das Projekt umzusetzen.

Der Direktor des Institutes nutzte seinen wiederholten Besuch in Wolfhagen auch für einen Zwischenstopp im Regionalmuseum. Das hatte im Jahr 2007 gemeinsam mit dem Martius-Staden-Institut eine Wanderausstellung über Staden erarbeitet. Während diese in Deutschland inzwischen weniger populär sei, sei die Schau in Brasilien nach wie vor gefragt. Hans Staden ist in Brasilien vor allem in der Großelterngeneration wohlbekannt. Ein Kinderbuch, das im Jahr 1923 erschien und die Geschichte Stadens erzählt, habe den Deutschen berühmt gemacht.

Kontakte zur Wirtschaft

Wie Kupfer sagt, gebe es in Brasilien ein sehr großes Interesse an Deutschland. Ein Grund sei natürlich die Fußball-Weltmeisterschaft und der Auftritt der Löw-Elf. Beide Staaten verbinde ein intensiver Studentenaustausch. Pro Jahr schrieben sich an deutschen Unis etwa 10 000 Studenten ein, und auch deutsche Studenten entdeckten für sich zunehmend Brasilien.

Zudem blickten die Brasilianer mit viel Respekt auf die wirtschaftliche Leistung der Deutschen. Um zwischen Unternehmen im Wolfhager Land Kontakte zu knüpfen nach Südamerika, auch dafür war der Brasilienkenner gekommen.

Quelle: HNA

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