Sitzung am Donnerstag

Wolfhager Bahnhof: Fraktionen stimmen über Unterstützung der Sanierung ab

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Gammelt vor sich hin: Das Wolfhager Bahnhofsgebäude wird seit Jahren nicht mehr genutzt. Mit einem Bauzaun, der auf Höhe des Güterschuppens beginnt, ist das Areal gesichert.

Wolfhagen. Die Weichen für eine Förderung des Umbaus des Wolfhager Bahnhofsgebäudes zum türkischen Kulturzentrum hatten die Wolfhager Stadtverordneten bereits im vergangenen Jahr einstimmig gestellt: Dank ihres Votums hatte die Landesregierung die Förderkulisse für die Aktiven Kernbereiche bis zum Bahnhof ausgedehnt.

Jetzt also gilt es für die Parlamentarier, entweder an die ursprüngliche Entscheidung anzuknüpfen und für den Magistratsvorschlag - 250 000 Euro Zuschuss aus den Aktiven Kernbereichen bei einem Eigenanteil der Stadt in Höhe von rund 70 000 Euro - zu stimmen oder aber das gesamte Projekt neu zu bewerten.

Wobei ein Nein zum Zuschuss laut Niyazi Karahan vom türkischen Kulturverein Wolfhagen gleichbedeutend wäre mit einem Aus des Projektes. Das hätte für Wolfhagen zur Konsequenz, dass man dort, wo sich per Bahn anreisende Touristen ein erstes Bild von der Stadt machen, weiter mit einer heruntergekommenen Immobilie leben müsste.

Sitzung am Donnerstag 

Wie die Abstimmung, die für kommenden Donnerstag während der Sitzung des Stadtparlamentes vorgesehen ist, ausgehen wird, ist derzeit noch ungewiss. Heiko Weiershäuser, Fraktionschef der SPD, geht davon aus, dass die Sozialdemokraten mehrheitlich den Magistratsentwurf, der zudem mit dem türkischen Kulturverein abgestimmt sei, mittragen werden.

Das Bahnhofsgebäude, sagt Weiershäuser, „sieht schlimm aus und es gibt keine Toiletten“ für die Reisenden. Das gelte es zu ändern. Man habe das Thema während einer dreistündigen Fraktionssitzung diskutiert. Dabei habe es auch kritische Stimmen angesichts der politischen Entwicklung in der Türkei gegeben. Aber: „Wir werden mit unserem Beschluss die Politik in der Türkei nicht beeinflussen.“

Das sieht auch Uwe Landgrebe, Fraktionsvorsitzender der CDU, so. „Hier geht es nicht um Erdogan oder Ditib, sondern um die Wolfhager Türken. Die haben ja Räume, auch Gebetsräume, hier seit mehr als 20 Jahren“. Und nach seinem Wissen „hat es nie Probleme gegeben“.

Eine Stellungnahme für die Fraktion wolle er nicht abgeben, man berate das Thema erst am Montagabend. Er persönlich habe wegen der Gewährung des Zuschusses „keine Bedenken“, erklärte Landgrebe. „Ich sehe es als Vorteil für Wolfhagen, wenn der Bahnhof wieder in Schuss gebracht würde.“

„Grundsätzlich sind wir dafür, dass der Schandfleck wegkommt und dass es schöner wird“, sagt Uwe Nord, Fraktionschef des Bündnisses Wolfhager Bürger (BWB). Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Stadt noch mehr finanzielle Lasten zu schultern habe, etwa den Neubau des Feuerwehrstützpunktes. Problematisch sei aus seiner Sicht zudem, dass der Kulturverein nicht Eigentümer der Immobilie sei.

„Es gibt Stimmen in der Fraktion, die sagen: auf keinen Fall.“ Er selbst sei da „eher positiv eingestellt“. Nord sieht „noch erheblichen Gesprächsbedarf, deswegen sollte der Beschluss nochmal vertagt werden“.

Für die Grünen signalisierte Dr. Christina Becker Zustimmung: „Wir befürworten das.“ Das Bahnhofsgebäude habe als „Aushängeschild bei der Ankunft in Wolfhagen“ große Bedeutung. Wenn es mit Fördermitteln wieder hergerichtet werde, dann sei das „eine gute Sache“.

Quelle: HNA

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