Kurioses und Alltägliches

Im Wolfhager Fundbüro: Schlüssel, Kuchenform und sogar ein Gebiss

Herr über die Kisten: In Björn Bachmanns Büro sammeln sich Brillen, Schlüssel und andere Gegenstände, die im vergangenen Jahr im Fundbüro der Stadt Wolfhagen abgegeben wurden. Foto: Spanel

Wolfhagen. Prall gefüllte Pappkartons stehen dicht an dicht in den Regalen des Wolfhager Fundbüros. Von Schlüsseln, Geldbeuteln, Brillen und Handys über Schmuck und Uhren findet sich hier ein Sammelsurium aus allen Bereichen des tagtäglichen Lebens.

Björn Bachmann, Mitarbeiter der städtischen Bürger- und Ordnungsverwaltung, hebt die leuchtend gelben Deckel ab und präsentiert den Inhalt. „Im vergangenen Jahr haben sich so etwa 200 Fundstücke angehäuft“, sagt Björn Bachmann. Den Großteil davon machten Haus- und Autoschlüssel aus, die von den Besitzern jedoch nur in seltenen Fällen wieder abgeholt würden: „Darüber wundern wir uns schon ein bisschen“, so der Stadtangestellte. Dazu kommen pro Schulhalbjahr fünf Säcke voller verlorener Mützen, Taschen und Sportbekleidung aus der Wilhelm-Filchner-Schule.

Akribische Auflistung

Jedes einzelne Stück wird von Björn Bachmann beschriftet und archiviert. Kann er eine Adresse ausfindig machen, wird der Besitzer sofort informiert. Herrenlose Wertgegenstände werden noch etwa vier Jahre aufbewahrt, bevor sie über ein örtliches Auktionshaus versteigert werden. Die zahlreichen Schlüssel werden unbrauchbar gemacht und anschließend beim Bauhof der Stadt Wolfhagen entsorgt.

Neben den Alltagsgegenständen lagern aber auch einige Kuriositäten im Fundbüro. So sei im vergangenen Jahr ein komplettes Gebiss vor einem Imbiss in der Innenstadt gefunden und bei Björn Bachmann abgegeben worden. „Der Besitzer hat sich aber nie gemeldet“, schmunzelt Bachmann. Auch eine leere Kuchenform samt zugehörigem Teller wartet noch auf eine Abholung.

Es komme zuweilen auch vor, dass Menschen kaputte Rucksäcke und schrottreife Gegenstände abgegeben wollten. Doch das Fundbüro sei nicht mit einer billigen Entsorgungsstätte zu verwechseln, sagt Björn Bachmann: „Wir nehmen unsere Aufgabe ernst und behandeln alle Fundsachen mit größter Vorsicht.“

Technische Aufrüstung

Um die Serviceleistung des Fundbüros zu verbessern, ist ein erweitertes Internetangebot in der Planung, das noch in diesem Jahr eingeführt werden soll. „Die Leute bekommen so einen direkten Zugriff auf die Sachen und können sie bestenfalls auch ersteigern.“

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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