Im Wolfhager Fundbüro warten viele herrenlose Gegenstände auf ihre Besitzer

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Schlüssel, Schal, Teddy, Handy und Kinderrucksack: Diese Fundsachen warten teilweise schon seit über einem Jahr im Rathaus auf ihre Besitzer. Foto: Pflug

Wolfhagen. „Bei manchen Sachen fragt man sich schon, wieso Leute die nicht vermissen“, sagt Jan Fischer, der als Mitarbeiter der Stadt Wolfhagen einer der Herren über die Pappkisten ist, in denen unzählige Fundsachen lagern. Hauptsächlich Schlüssel und Brillen sind es, die bei der Stadtverwaltung auf ihre Besitzer warten.

„Aber es gibt auch Kurioses. Vor einigen Jahren wurden auch mal ein Gebiss und eine Zahnspange gefunden“, sagt Fischer, „und in einem Jahr hatten wir mal 25 Fahrräder.“

Einige Städte versteigern die Fundsachen nach einiger Zeit. „Das lohnt sich in Wolfhagen aber nicht“, sagt Fischer. Die Fahrräder etwa, die gefunden werden, fänden relativ schnell wieder ihre Besitzer oder seien „echte Klapperkisten“, die niemand mehr haben will. Nach sechs Monaten schreibt die Stadtverwaltung die Finder an und bietet ihnen an gegen eine geringe Gebühr ihr Fundstück wieder an sich zu nehmen. „Allerdings ist die Sache erst nach insgesamt drei Jahren in den Besitz der jeweiligen Person übergegangen“, sagt Fischer. Meldet sich der ursprüngliche Besitzer in diesem Zeitraum, muss der Gegenstand zurückgegeben werden.

Mindestens so lange hebt auch die Stadtverwaltung die Fundsachen auf, Wertgegenständen verbleiben deutlich länger in einer der Kisten oder im Keller des Rathauses. Anfang des Jahres wurde allerdings aussortiert. „Die Wahrscheinlichkeit das jemand noch nach einem Paar Schuhe oder einer Tauchbrille von 1997 fragt, ist ja doch eher gering,“ sagt Fischer schmunzelnd. Was die Finder nicht wollen, werde an wohltätige Einrichtungen verteilt oder ordnungsgemäß entsorgt. Die Schlüssel etwa machen die Mitarbeiter des Bauhofs erst unbrauchbar. Man habe auch überlegt, ob man einige der Dinge an das Flüchtlingsheim übergeben könnte. „Allerdings ist vieles schon kaputt oder bräuchte viel Arbeit“, sagt Fischer.

Ehrliche Finder

Ehrliche Finder gibt es in Wolfhagen viele, etwa hundert Fundsachen werden im Jahr abgegeben „plus drei bis vier Säcke von der Schule pro Jahr“, sagt Fischer. Lediglich bei Bargeld könnten sich einige nicht zurückhalten. Portemonnaies landeten zumeist ohne Geldscheine im Briefkasten des Rathauses. „Wenn man Wertsachen findet, dann muss man die bei uns abgeben. Tut man das nicht, handelt es um die Unterschlagung einer Fundsache, eine Straftat“, warnt Fischer.

Wer etwas vermisst, erreicht die zuständigen Mitarbeiter unter 05692/602444 oder kann sich direkt an den Bürgerservice im Rathaus an der Burgstraße wenden. Fundtiere sind dagegen dem Ordnungsamt unter 05692/602410 zu melden.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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