Belegärzte sehen Umstrukturierung im Haus mit Sorge

Wolfhager Klinik geht auf Sparkurs

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Wolfhager Klinik: Sparkurs notwendig.

Wolfhagen. Noch geht es der Wolfhager Kreisklinik gut: Rund 300.000 Euro Gewinn habe das Haus am kleinen Ofenberg, laut Geschäftsführer Bernd Tilenius, im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Dieses Ergebnis auch in diesem Jahr zu wiederholen, werde allerdings schwer.

In der bundesdeutschen Krankenhauslandschaft gehe die Schere zwischen den Einnahmen und den Kosten immer weiter auseinander. Das gelte auch für Wolfhagen. Damit die Klinik auch künftig auf sicheren Füßen stehe, müsse sie noch effizienter werden, erklärt Bernd Tilenius.

Das bedeutet vor allem: sparen. Nach einer Besprechung mit dem Chef der Gesundheit Nordhessen Holding, Dr. Gerhard Sontheimer im Dezember, an der auch die leitenden Ärzte der Klinik sowie Belegärzte teilnahmen, wurde ein Konzept auf die Beine gestellt, das ab dieser Woche umgesetzt wird: Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe wird mit Ausnahme der Kreißsäle vom Obergeschoss in das darunter liegende Stockwerk verlegt und wird künftig auf einer Etage untergebracht sein mit der Chirurgie und den Belegabteilungen HNO und Urologie. Investitionskosten: 120.000 Euro.

Durch Umstrukturierung wird es dann nicht mehr wie bisher drei, sondern nur noch zwei Stationen geben. Dadurch, so Tilenius, benötige man künftig drei examinierte Pflegekräfte weniger - unterm Strich eine jährliche Ersparnis von rund 180.000 Euro. Die Zahl der Betten im Haus wird von 104 auf 80 reduziert.

Was die Krankenhausführung als Sicherungskonzept sieht, halten andere für ein ebenso überflüssiges wie riskantes Manöver. Ein Bündnis von Belegärzten sieht die Entwicklung mit Sorge, so deren Sprecher, Dr. Dirk Gumbel. Die Gynäkologie in Wolfhagen genieße mit ihrer geburtshilflichen Abteilung „einen hervorragenden Ruf in der Region“. Ihre Attraktivität stehe auf dem Spiel. Man befürchte negative Folgen für den Standort Wolfhagen.

Von Norbert Müller

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Quelle: HNA

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