Menschen profitieren von Zinsen und den finanzierten Projekten

Bürger sollen Geld bei der Kommune anlegen

Wolfhager Land. Bürgerkredite sollen beiden Seiten nützen: Die Kommunen kommen günstiger an frisches Geld, als auf dem Kreditmarkt, und die Anleger bekommen höhere Zinsen, als bei einer Bank, so die Idee. Doch nach dem Kreditwesengesetz ist dieses Bankgeschäft den Kommunen nicht erlaubt.

Mittels zwischengeschalteter Banken ist es einigen deutschen Kommunen jedoch bereits gelungen, Anleihen anzubieten. Auch eine Firma, die LeihDeinerStadtGeld GmbH, tritt inzwischen als Vermittler für Bürgerkredite im Internet auf. Als Beiratsvorsitzenden konnte die Firma den ehemaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel gewinnen.

Die Philosophie des Vermittlers ist es, Bürgern die Möglichkeit zu geben, Geld zweckgebunden in Projekte ihrer Heimatkommune zu investieren. Trotzdem kann jedermann sein Geld jeder beliebigen Kommune zur Verfügung stellen.

Laufzeiten müssen lang sein

Die Zinsen sollen dabei auf dem Niveau von Tages- oder Festgeld liegen. Damit dies für die Kommunen rentabel ist, müssen die Laufzeiten entsprechend lang und die Mindesteinlagesummen hoch sein, denn die Zinsen, die Städte und Gemeinden zur Zeit am regulären Kreditmarkt zu zahlen haben, sind sehr günstig. Grund dafür ist die Tatsache, dass Kommunen als Körperschaften des öffentlichen Rechts nicht in die Insolvenz gehen können. Für die Geschäftsbanken ist das Risiko bei Kreditgeschäften mit Kommunen daher gering.

Attraktiv sind Bürgerkredite für die Anleger in erster Linie aufgrund der Transparenz. Während Geschäftsbanken die Einlagen ihrer Privatkunden in nicht nachvollziehbare Geschäfte am internationalen Finanzmarkt investieren, nutzen Kommunen das Geld für Projekte vor Ort, die später selbst einen Nutzen für die Bürger haben.

Quelle: HNA

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