Wolfhager Querdenkerpreis: Sophie Georgs Text trifft mitten ins Herz

Um die Ecke gedacht: Sabrina Neumeyer (von unten nach oben), Fabian Sinning, Paulina Meyer und Hakan Coskun von der Herwig-Blankertz-Schule freuten sich über ihren dritten Platz.

Wolfhagen. Gleich fünf Preisträger teilen sich in diesem Jahr das Preisgeld für den Wolfhager Querdenkerpreis.

Denken wir manchmal eigentlich quer? Erlauben wir es uns, in alle Richtungen zu denken, ohne Tabus, vielleicht auch mal um die Ecke? Elke Müldners einleitenden Fragen zur Verleihung des ersten Querdenkerpreises am Freitagabend im ehemaligen Schlecker-Markt an der Wolfhager Mittelstraße zielten direkt auf den Kern des Wettbewerbs, in dem sich die Teilnehmer mit der Frage „Du hast einen neuen Nachbarn - Was nun?“ beschäftigt hatten.

31 eingereichte Arbeiten

Unterschiedlich und beeindruckend zugleich seien sie gewesen, die 31 eingereichten Arbeiten, mit denen sich die Buchhändlerin und ihre Jurykollegen Wilburg Kleff, Joachim Löber, Heike Senger-Klimm, Alexander Feil, Kai Mellinghoff und Heinz Riedel auf Einladung des in Kooperation mit der Servicegemeinschaft Wolfhagen, dem Ecomuseum Habichtswald und der Schrader GmbH veranstaltenden Fördervereins Istha intensiv auseinander gesetzt hatten. Das sei gar nicht so einfach gewesen, so die Jurorin: „Wir denken häufig doch zu gerade, zu wenig um die Ecke.“

Wie es anders geht, zeigten ihnen die Teilnehmer, die kurzerhand das Denken zum kreativen Prozess machten und als Lohn neue Einsichten und Ideen ernteten.

Die Bewertung der Beiträge habe die Jury vor echte Herausforderungen gestellt, sagte Müldner, die sich mit ihren Kollegen kurzerhand dazu entschloss, das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro unter fünf Preisträgern aufzuteilen. Zur strahlenden Siegerin kürten die Querdenker Sophie Georg aus Herborn, deren Text „mitten ins Herz“ traf und als Poetry-Slam „an den eigenen Emotionen packte“. Über einen von zwei zweiten Plätzen freute sich Maximilian Dziwoki von der Initiative „Refugees Welcome Brunch“, der eine Frühstücksveranstaltung für Flüchtlinge konzipiert hatte, die sich in seiner Heimatstadt Dresden bereits großer Beliebtheit erfreut. Ein weiterer zweiter Platz bleibt in der Region: Hartmut Vogt aus Istha punktete unter anderem mit der Idee von regelmäßigen Nachbarschafts-Rad- oder Wandertouren.

Ein Film von Erstsemestern der Hessischen Polizeihochschule, der seine Zuschauer zum Nachdenken und Überwinden von Vorurteilen anregen soll, schaffte es auf einen der zwei dritten Plätze. „Vorurteile verhindern eine offene Willkommenskultur“, ließen die Filmemacher die Prämierungsgäste per Nachricht wissen, selbst konnten sie nicht teilnehmen.

Blankertz-Schüler Dritte

Anders die Schüler der Klasse FOA der Wolfhager Herwig-Blankertz-Schule, die es sich nicht nehmen ließen, sich ihren Querdenkerpreis persönlich abzuholen. Ihr Beitrag war im Rahmen einer Projektwoche entstanden und bringt die Botschaft mit präzise gewählten Worten schon in der Einleitung auf den Punkt: „Wir sind alle Nachbarn, immer und überall!“

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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