Reime, Beats und Melodien

Wolfhager Rapper Sedo 34 wartet auf seine große Chance

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Lässt sich von der Atmosphäre zum Rappen inspirieren: Sedat Danis alias Sedo 34 im Parkhaus Wilhelmstraße.

Wolfhagen. Er nennt 50 Cent als Vorbild und will jetzt selbst im Musik-Business groß rauskommen: der Wolfhager Sedat Danis alias Sedo 34.

Er fährt lässig und stilecht in einem silbernen 3er BMW vor. Sedat Danis, so ist sein bürgerlicher Name, steigt aus, mit Muskelshirt, Jeans, Sneakers und Lederjacke. Nach einer kurzen Begrüßung geht es auf eine kleine Spritztour durch Wolfhagen. Kurzer Stopp in der Berliner Straße.

Die Anfänge

„Hier bin ich aufgewachsen“, erzählt der 25-jährige Wolfhager. Mit 15 fing er an zu rappen: „50 Cent war mein großes Idol.“ Zusammen mit ein paar Kollegen aus der Nachbarschaft baute er sich eine Crew im Jugendzentrum Wolfhagen auf. Eine Gruppe, mit der er um die Häuser zog und rappte. Da kam auch schnell sein Pseudonym Sedo 34 ins Spiel, eine Art zweite Identität, mit der er sich breitschultrig in die Öffentlichkeit stellt. Sedo kommt von seinem Vornamen, die 34 sind die ersten Ziffern der Wolfhager Postleitzahl. Schnell knüpfte er Kontakte, auch mit dem Kasseler Produzenten Headburn Beats, mit dem er seitdem an Rhythmen und Songs bastelte. Er hatte ein paar Auftritte in der Umgebung.

Freestyle im Parkhaus

Als Sedo 34 wartet er noch auf den großen Durchbruch. Aber, dabei wolle er sich selbst treu bleiben und etwas ganz individuelles schaffen: „Ich will mich mit meinen eigenen Jungs hocharbeiten, ohne mich an anderen hochzuziehen.“

Er glaubt an sich und arbeitet fleißig an seinem Image. Dazu gehören nicht nur gute Texte, sondern auch dicke Muckis: Mehrmals pro Woche macht er Kraft- und Kampfsport. „Je dicker die Arme, desto mehr darf man beleidigen“, sagt er schnippisch. Nächster Halt: Das Parkhaus Wilhelmstraße. Graffitis zieren die Wände, das inspiriert den Wortkünstler. Sein Handy spuckt einen Rhythmus mit Melodie aus. Darauf rappt er ein paar Zeilen, Freestyle, also ohne sich vorher einen Text zu notieren. Staccatoartig schießen die Worte aus seinem Mund. Seine Texte sind hart, angriffslustig und nicht immer jugendfrei: waschechter Gangsterrap.

„Echt sein“

In seinen Songs geht es vor allem darum, authentisch zu sein. Weil er selber früher ein „schlimmer Junge“ war, wüssten die Leute, dass seine Texte „echt“ sind und er sich nicht verstellt. Liebeslieder hat er aber auch in seinem Repertoire. Und: „Manchmal muss es sich einfach nur gut anhören.“

„Auf hohem Niveau“

In ein bis zwei Monaten möchte er sein erstes Musikvideo herausbringen. Damit wolle er den nächsten Schritt in Richtung Musikkarriere gehen. Und wenn er es zum heiß ersehnten Plattenvertrag schafft: „Ich würde mich sehr anstrengen, ein Album auf hohem Niveau herauszubringen.“

Bis dahin übt er fleißig weiter und wartet „auf die große Chance.“ Endstation in der Friedrichstraße. Der bürgerliche Danis hat gerade Urlaub von seinem Produktions-Job bei der Wolfhager Firma Energy Glas. Als Sedo 34 wird er die Zeit für sein Video nutzen.

Quelle: HNA

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