Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule seit November ohne Chef

Wolfhagen. Die Schulleiterstelle an der Wilhelm-Filchner-Schule (WFS) in Wolfhagen ist seit einem dreiviertel Jahr nicht besetzt. Nach dem Wechsel der früheren Chefin Rita Schmidt-Schales im November zum Schulamt liegt die Verantwortung für die WFS beim stellvertretenden Schulleiter Ludger Brinkmann.

Weil Brinkmann das Amt künftig weiter bekleiden möchte, hatte er sich beim Hessischen Kultusministerium auf den Leitungsposten beworben. Die Bewerbungsfrist endete am 31. März. „Ich war der einzige Kandidat“, sagt der 54-jährige Lehrer für Englisch und Geschichte. Doch die Stelle blieb frei. Brinkmann glaubt den Grund zu kennen: Es hatte sich keine Frau um die Leitung der Kooperativen Gesamtschule beworben. „Nun soll die Stelle erneut ausgeschrieben werden“, sagt der Pädagoge, der abermals seinen Hut in den Ring werfen möchte.

Beim Kultusministerium gibt man sich mit dem Verweis auf den Datenschutz bedeckt. Sprecherin Eva Dubisch bestätigte die Fakten, wonach der Leitungsposten vakant sei. Schließlich ließ sie sich zu der Aussage hinreißen, „dass die Stelle zeitnah noch einmal ausgeschrieben wird“.

Ein Blick in die Stellendatenbank des Kultusministeriums im Internet macht deutlich, dass sich das Ministerium am Hessischen Gleichberechtigungsgesetz und an Frauenförderplänen orientiert. Beide haben das Ziel, den Anteil von Frauen in jenen Bereichen zu erhöhen, in den sie unterrepräsentiert sind. Dazu zählen Schulleiterstellen.

Es sei bei einigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften gängige Praxis, Funktionsstellen ein weiteres Mal auszuschreiben, sollte unter den Bewerbern keine Frau sein, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Bei der Kreisverwaltung werde in vergleichbarer Situation anders verfahren: „Hat sich auf eine Stelle keine Frau beworben, dann ist das so“, so Kühlborn.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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