Der neu formierte Kinder- und Jugendbeirat Gilserberg hat die Arbeit aufgenommen

Sie wollen eine Stimme sein

Wollen Themen ansprechen, die sie bewegen: Alina Dippel, Victoria Böth und Jan Luca Peter Stehl (von links) sind Mitglieder des Gilserberger Kinder- und Jugendbeirates. Foto: Kostudis

Gilserberg. Für viele junge Menschen ist die Kommunalpolitik eine fremde Welt. Nicht so für einige Jugendliche aus der Gemeinde Gilserberg. Denn dort gibt es seit über zehn Jahren einen sogenannten Kinder- und Jugendbeirat – ein 24-köpfiges Gremium, in dem junge Menschen aus allen Ortsteilen zusammenkommen und sich über Themen austauschen, die sie bewegen. Anfang des Jahres wurden die neuen Mitglieder des Ausschusses ernannt – nun haben sie die Arbeit aufgenommen.

„Ich habe mich vorher nicht sonderlich für Politik interessiert“, erzählt Jan Luca Peter Stehl. „Die ersten Treffen waren dann aber sehr interessant“, so der 13-Jährige. Er sitzt für für seinen Ortsteil Winterscheid im Kinder- und Jugendbeirat.

Chat-Gruppe für Mitglieder

Ebenfalls aus Winterscheid kommt die Vorsitzende des Jugendbeirates, Victoria Böth. Die 16-Jährige musste in denvergangenen Monaten vor allem viel organisieren. „Wir haben eine Chat-Gruppe für alle Mitglieder eingerichtet“, sagt Böth. Sobald jemand eine Idee oder einen Vorschlag hat, erhalten die restlichen Vertreter die Nachricht direkt auf ihr Handy.

„Ich habe mich vorher nicht für Politik interessiert. Die ersten Treffen waren dann aber sehr interessant.“

Jan Luca Peter Stehl

„Außerdem muss bei jeder Sitzung Protokoll geführt werden“, so die 16-Jährige. Und natürlich müssen auch die nächsten Sitzungen organisiert werden. „Wir wollen uns immer mal in einem anderen Ortsteil treffen.“ Um einen noch besseren Eindruck von der Arbeit der Kommunalpolitiker zu erhalten, besuchten Mitglieder des Jugendbeirates vor zwei Wochen die Sitzung der Gilserberger Gemeindevertreter. Ihr Ziel sei es, dort bald eine Stimme für die Belange junger Leute zu sein und konkrete Vorschläge für Verbesserungen zu unterbreiten, sagt Böth. Auf einige Themen haben sich die jungen Parlamentarier schon gemeinsam geeinigt.

„Wir wollen in den einzelnen Ortsteilen Vereine und Jugendeinrichtungen besuchen“, sagt Alina Dippel. „Beispielsweise gibt es in vielen Orten ungenutzte Räume.“ Diese könnten eigentlich von Jugendlichen genutzt werden, so die 15-Jährige aus Lischeid.

Bei der kommenden Sitzung des Beirates am 22. September sollen dann weitere Themen auf den Tisch kommen.

Mit dabei sein werden neben den Mitgliedern unter anderem auch die Vorsitzende des Jugendausschusses, Anja Widera, Jugendpflegerin Bettina Range und der Gilserberger Bürgermeister Rainer Barth.

Lob vom Bürgermeister

Der findet lobende Worte für den Jugendbeirat. „In den letzten Jahren ist das Gremium ein wenig eingeschlafen. Aber die neue Gruppe ist sehr engagiert.“ Barth hofft, dass die Arbeit im Jugendbeirat das Interesse an Kommunalpolitik weckt. „Vielleicht findet der ein oder andere heraus, dass es was für ihn ist.“

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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