Nach der Wahlniederlage

Katerstimmung bei Rothers Unterstützern

Stephan Bürger

Felsberg. Nach der Wahlniederlage von Stefan Rother herrschte bei seinen Unterstützern gestern noch Katerstimmung. „Das ist ein demokratisches Ergebnis, und das hat man zu akzeptieren“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Werner Rippel. „Aber ich hatte mir etwas anderes erhofft.“

Es sei eine Persönlichkeitswahl gewesen – und da habe es Stefan Rother als jemand, der von außen kam, schwer gehabt. „Ich glaube nicht, dass wir im Wahlkampf Fehler gemacht haben.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hilmar Löber wollte sich gegenüber der HNA nicht zum Wahlergebnis äußern. Sein Stellvertreter Stephan Bürger sagte über den Wahlabend: „Erstmal war Frust angesagt.“ In 14 Tagen werde sich die SPD zu einer Klausurtagung zusammenfinden – „da wird das Wahlergebnis auf jeden Fall Thema sein.“ Er könne sich vorstellen, dass einige über einen Rückzug aus der Politik nachdenken.

„Das war keine Bürgermeisterwahl, sondern eine vorgezogene Kommunalwahl.“ Diejenigen, die Steinmetz gewählt hätten, sollten sich mehr in die Politik einmischen, forderte er. Das sieht Silke Böttcher, Fraktionsvorsitzende der CDU, ähnlich: „Ich habe die Unterstützer von Steinmetz noch nie in einer Stadtverordnetenversammlung gesehen.“ Das Wahlergebnis sei aus ihrer Sicht kein Grund, sich aus der Politik zurückzuziehen: „Man muss Gegenwind vertragen können.“

Man werde sicher einen Weg finden, um zusammenzuarbeiten. „Wir wollen keine Blockierer sein“, sagte sie. Allerdings werde sie auch künftig nicht die Hand für Beschlüsse heben, die sie nicht verantworten könne. Auch Werner Plass (FWG) sagte: „Wir wollen mit Steinmetz zusammenarbeiten. Es hat keinen Zweck, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen – dieses Gezetere ist doch der reinste Kindergarten.“

Jochen Pschibul, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die im Wahlkampf keinen der Kandidaten unterstützt hatten, forderte von den Fraktionen: „Man muss jetzt einen Reset-Knopf drücken.“ Einige Leute müssten sich nun ändern – oder Platz für andere machen. An Steinmetz gerichtet sagte er, der Bürgermeister dürfe sich angesichts dieses eindeutigen Wahlergebnisses aber nicht zurücklehnen.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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