Im Ausschuss der Regionalversammlung gab es noch strittige Punkte

Wünsche zur Windkraft

Schwalm-Eder. Für die meisten, aber nicht für alle potenziellen Windkraft-Standorte im Schwalm-Eder-Kreis gab es kürzlich Zustimmung in einer Sitzung des Haupt- und Planungsausschusses der Regionalversammlung. Das berichtete der Vize-Landrat Winfried Becker gegenüber der HNA. Am 23. Januar werde es daher eine weitere Sitzung geben.

Strittig sei unter anderem das 92 Hektar großes Gebiet Bärenberg/Schmale Trisch im Knüll, das von Homberg, Neukirchen, Schwarzenborn und Frielendorf gemeinsam erschlossen werden soll. Es gebe aus Sicht des Vogelschutzes Bedenken, weil dort der Rotmilan vorkomme.

Den Kommunen sei dieser Standort aber sehr wichtig, erklärte Becker, weil es sich um ein interkommunales Projekt handele. Wie die Entscheidung ausgehen wird, sei noch nicht abzusehen, die Vorgaben des Naturschutzes müssten aber berücksichtigt werden, damit der Regionalplan aus solchen Gründen nicht angefochten werden könne.

Spangenberg würde gerne auf einen Standort in unmittelbarer Nähe der Kernstadt verzichten. Windräder würden dort in unmittelbarer Sichtbeziehung zum Schloss und zur Stadt stehen, habe Bürgermeister Peter Tigges kritisiert.

Flächen sollen größer werden

Eine Fläche bei Jesberg, die schon gestrichen worden war, sollte hingegen wieder in die Planung aufgenommen werden, berichtete Becker. In Felsberg sollen zwei Gebiete (bei Hilgershausen und an der Gemarkungsgrenze zu Körle) erweitert werden, weil sich eine Erschließung sonst eventuell nicht lohnen würde. Das ursprüngliche Ziel, zwei Prozent der Landkreis-Fläche für Windkraft-Standorte zu reservieren, werde nicht erreicht, sagte Becker.

Die Grünen im Schwalm-Eder-Kreis hatten kürzlich kritisiert, dass es falsch gewesen sei, die geforderte Windleistung auf 5,75 Meter pro Sekunde festzulegen. So würden eventuelle geeignete Standorte ausgeschlossen. Dem stimmte auch Becker grundsätzlich zu. Der Vorschlag, diesen Mindestwert auf 5,75 Meter pro Sekunde festzulegen und nicht etwa auf 5,5 Meter pro Sekunde sei in der Regionalen Planungsversammlung von den Grünen gekommen.

Am 28. Januar wird sich die Regionalversammlung mit den Windkraftstandorten beschäftigen und nach einem Beschluss würden die Pläne dann offengelegt. Dann können Einsprüche geltend gemacht werden. Allerdings seien die Standorte nach allen rechtlichen Kriterien festgelegt worden, die auch einer Prüfung standhalten würden. Alle Flächen seien beispielsweise mindestens 1000 Meter von einer Wohnbebauung entfernt.

Insgesamt habe es ein deutliches Umdenken in Sachen Windkraft gegeben, „und das gilt auch für mich“, sagte Becker. Akzeptanz werde die Windkraft dann finden, wenn es zu einer regionalen Wertschöpfung komme und die Bürger an den Erträgen beteiligt würden.

Quelle: HNA

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