Wundsymposium Homberg: Silber killt auch Bakterien

Homberg. Um eine bessere Wundversorgung ging es beim 6. Schwalm-Eder-Wundsymposium in der Homberger Stadthalle. 230 Gäste, darunter viele Alten- und Krankenpfleger, medizinische Fachangestellte, Fußpfleger, Physiotherapeuten und Ärzte, waren gekommen, um sich bei Vorträgen und in der Industrieausstellung zu informieren.

Ralf Geisel aus Frielendorf hatte die Veranstaltung organisiert. Zusammen mit acht Ausstellern kam er auch für die Kosten der Veranstaltung auf, deren Besuch für die Gäste kostenfrei war. Die wissenschaftliche Leitung hatte Dr. Karl-Eckhard Henkel, Facharzt aus Frielendorf, übernommen.

Bessere Lebensqualität

„Wir brauchen in der Medizin einen besseren Erfahrungsaustausch“, sagte Ralf Geisel, der einen privaten Pflegedienst betreibt und Schulungen im Gesundheitswesen anbietet. Es gebe nach wie vor zu wenig Information über die optimale Wundversorgung. Und auch, wenn es um die Frage gehe: „Was soll auf die Wunde?“, müsse die Kommunikation zwischen Ärzten, Kranken- und Altenpflege weiter verbessert werden.

Was für den Laien erstaunlich klingt, ist für den Fachmann selbstverständlich: Denn gute Wundauflagen verkürzten die Heilung, verringerten die Kosten und verbesserten die Lebensqualität der Patienten. Beispielsweise schränke eine lange Wundheilung vor allem bei älteren Patienten mit offenen Beinen die Mobilität stark ein.

Bei den Besuchern des Symposiums kam die Veranstaltung, die für Ärzte und Pflegekräfte mit fünf Fortbildungspunkten bewertet war, gut an. „Es gefällt mir sehr gut, andere Aspekte kennenzulernen und zu sehen, wie sich das Thema weiter entwickelt hat“, sagte Altenpflegerin Ruth Evers aus Zella bei Neukirchen.

An den Ausstellungsständen informierten sich die Besucher über die Produktvielfalt bei der Wundversorgung Die reichte von Auflagen mit Hydrofasern, die nicht mit der Wunde verkleben, über Verbände mit Saugkraft bis zu Auflagen mit ionisiertem Silber, das die Bakterien einfängt und eindämmt.

„Als Mitarbeiterin muss man immer auf dem Laufenden bleiben“, meinte Gisela Hölscher, medizinische Fachangestellte und Diabetesassistentin aus Frielendorf. Gerade bei Patienten mit Diabetes heilten Wunden oft schlecht. Noch dazu sei die Produktvielfalt verwirrend groß.

Über die Bekämpfung multiresistenter Erreger (MRE), die unempfindlich gegen mehrere Antibiotika sind, sprach Chirurg Hans-Jörg Höning aus Hamm. Die Ursachen für die Zunahme der Infektionen sehe er in der leichtfertigen Verwendung von Antibiotika. In den Niederlanden gebe es deutlich weniger Probleme mit multiresistenten Infektionserregern – dort komme man im Vergleich aber auch mit nur zehn Prozent der Menge an verordneten Antibiotika aus.

Außerdem verfüge man über ein besseres Hygienemanagement und über mehr Personal in den Krankenhäusern. Beim Verhältnis von einer Pflegekraft für vier bis fünf Intensivpatienten könne man allenfalls von Katastrophenmanagement sprechen. Höning empfahl die Desinfektion aller Türgriffe, Fahrstuhlknöpfe und berührter Flächen nach jedem Patienten, sowie das Tragen von jeweils neuen Handschuhen für Ärzte und Patienten. (yma)

Quelle: HNA

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