Wunsch ging in Erfüllung: Partnerschaftsverein macht Stolin-Kinder glücklich

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Bunt und schön: Großen Anklang fanden auch Gürtel und Hosenträger.

Fritzlar/Homberg. Einmal nach Herzenslust zwischen Taschen, Blusen und Schuhen stöbern - dieser Wunsch ging für 20 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis zwölf Jahren jetzt in Erfüllung. Die Jungen und Mädchen aus dem weißrussischen Stolin leiden unter den Folgen der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl von 1986 - obwohl sie damals noch nicht einmal geboren waren.

Der Partnerschaftsverein Homberg-Stolin organisiert für sie regelmäßig einen Erholungsurlaub in Homberg. Die Kinder sollen dabei Kraft tanken und Spaß haben (wir berichteten).

Kleidung für die Kinder

Einen besonderen Tag erlebten die Kinder jetzt in dem Familienzentrum in Fritzlar (Fafritz). Da der Herbst naht, wurde es für Sabine Lauterbach und ihr Team Zeit, die Lager zu räumen. Die Kinder aus Stolin durften sich Kleidungsstücke aussuchen, anprobieren und eintüten. Besonders Schuhe und Kleider, aber auch Bikinis waren bei den Mädchen sehr beliebt.

Eine tolle Aktion für die Kinder, aber auch für die Organisatoren: „Wenn man sieht, wie sehr sie sich freuen, wird einem gleich wärmer ums Herz“, sagt Sabine Lauterbach.

Mit Händen und Füßen verständigte man sich bei diesem Einkaufsbummel im FaFritz. Aber auch ein Dolmetscher steht den Kindern zur Seite.

Eine solche Auswahl an Kleidung haben die jungen Weißrussen in ihrer Heimat nicht. Sie kommen meist aus einkommensschwachen Familien. Gerade deswegen sei es wichtig, sie zu unterstützen und viel mit ihnen zu unternehmen.

„Damit der Aufenthalt im Schwalm-Eder-Kreis für die Kinder unvergesslich wird“, sagt Joachim Jerosch, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins. Besonders die Erholung, aber auch der Spaß stehen dabei stets im Vordergrund, betont er. So gehören Besuche bei der Polizei, in Freizeitparks und in Schwimmbädern zum Programm. Vieles davon kann sogar kostenlos angeboten werden, weil die Kinder eingeladen wurden. „Bei gutem Wetter gehts ins Freibad, bei weniger gutem spielen wir in der Schule oder besuchen viele andere Einrichtungen“, sagt Jerosch.

Um Kindern auch weiterhin Erholungsaufenthalte ermöglichen zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Viel erreicht haben Joachim Jerosch und sein Team aber jetzt schon: So sind die Kinder, dank der Unterstützung des Landkreises, in den Klassenräumen der Stellbergschule untergebracht.

Ziel des Partnerschaftsvereins ist es, die Kinder „nicht nur gut erholt, sondern mit Kartons voller Kleidung und Spielsachen nach Hause zu schicken“, sagt Jerosch.

„Beeilt euch ein bisschen, die Jungs warten schon,“ ruft Sabine Schmidt den Mädchen zu, die glücklicher nicht sein könnten. Nach den Mädchen durften die Jungs ihre Kleidung auswählen.

Am Donnerstag, 21 August, werden die Kinder mit dem Bus des Partnerschaftsvereins wieder nach Hause gefahren.

Von Philipp Lorenz

Quelle: HNA

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