Informationsabend zum Schulneubau: Landkreis berät über Grundschulbezirk

Wunsch wäre die freie Wahl

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Gabriele Baar

Trutzhain. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Neubau einer Grundschule in Willingshausen im Frühjahr 2014 beginnen. Das teilte Gabriele Baar von der Schulverwaltung des Kreises bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch in Trutzhain mit.

Mit etwa zwei Jahren Bauzeit sei bis zur Fertigstellung zu rechnen. Ein denkbarer Umzug wäre der Schuljahresbeginn 2016/17. Betroffen sind davon dann auch die Trutzhainer Kinder, denn die besuchen aktuell die Grundschule in Steina – sie wird mit der Eröffnung des Neubaus geschlossen. 12 Gäste wollten mehr über die Pläne des Kreises erfahren.

In Gesprächen mit den Eltern habe sich der Wunsch heraus kristallisiert, den Grundschulbezirk für die Trutzhainer für einen gewissen Zeitraum frei zu geben. „Und zwar ab dem Schuljahr 2015/16 und dann für fünf Jahre“, erläuterte Baar. Übersetzt heißt das, dass die Eltern in dieser Zeit eine von insgesamt drei Grundschulen für ihr Kind auswählen könnten: Die neu Willingshäuser Schule, die Kleeblattschule mit dem Standort Niedergrenzebach oder die Grundschule in Ziegenhain.

Statistik als Grundlage

Nach diesen fünf Jahren werde der Kreis den neuen Grundschulbezirk festlegen: „Wir schauen, wohin die Mehrheit der Schüler geht und werden diese Statistik als Grundlage nutzen, um den Grundschulbezirk neu zuzuschneiden.“ Ob der Bezirk zunächst für die Trutzhainer frei gegeben wird, darüber entscheidet der Kreistag am 11. März. Für diese fünf Jahre werde zwar die Schulbeförderung schwieriger zu organisieren sein: „Aber wir werden Lösungen finden“, erklärte Baar. Gewährleistet werden müssten an Grundschulen täglich zwei An- und zwei Abfahrten.

Im Gespräch wurde auch über die Ziegenhainer Grundschule gesprochen, die nach Ansicht einer Mutter deutlich attraktiver gestaltet werden könnte. Zwar gebe es im angrenzenden Hort die Möglichkeit der Nachmittagsbetreuung, jedoch sei der Platz sehr begrenzt. In der Schule selbst fehle ein Angebot. Das könne im Umkehrschluss dazu führen, dass sich Eltern mit Betreuungsbedarf direkt für eine andere Schule entschieden. Also hinke die Schule stets dem Bedarf hinterher.

Bürgermeister Dr. Gerald Näser sagte: „Wir sind mit der Hort-Lösung nicht glücklich, arbeiten an einem qualifizierten Betreuungsangebot.“ Auch die Schule in Niedergrenzebach habe signalisiert, dass man sich dort auf den Weg machen wolle. Baar verdeutlichte: „Es wäre schön, wenn Eltern Schulen nicht als Konkurrenz sehen. Hier gibt es ein gutes Miteinander und das soll auch so bleiben.“

Kostenfreie Angebote

Für Willingshausen sei ein zusätzliches, kostenpflichtiges Betreuungsangebot von 15 bis 17 Uhr geplant. „Alle anderen Angebote bleiben kostenfrei“, erläuterte Baar. Aus dem Magistrat transportierte Näser ein eindeutiges Votum für die Trutzhainer: „Wir sind der Meinung, dass es schön wäre, wenn die Kinder in unsere Schule gingen.“ Für die kommenden Jahre der Orientierung gelte jedoch: „Der Elternwunsch steht über allem.“ (zsr)

Quelle: HNA

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