Stadt will per Anweisung Satzungen der Wehren ändern

Da wurde es hitzig

Geehrt, befördert, verabschiedet und neu eingestellt: In der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Homberger Feuerwehren gab es neben Ehrungen auch personelle Veränderungen. Foto: Zerhau

Homberg. Die Homberger Feuerwehrleute beschäftigen sich in ihrer gemeinsamen Jahreshauptversammlung üblicherweise mit Technik, Einsatzfragen und der Ausbildung. Das taten sie auch am vergangenen Wochenende. Im Mittelpunkt stand diesmal aber die Diskussion um die politische Betätigung von Feuerwehrleuten.

Hintergrund einer hitzigen Debatte: Der bisherige Vorsitzende des Feuerwehrvereins Mühlhausen kandidiert bei der Wahl zum Kreistag auf der rechtsextremen Liste Bürgerbündnis Pro Schwalm-Eder. Bei der jüngsten Vorstandswahl hatte sich der 49-Jährige nicht mehr zur Wahl gestellt.

Verärgerung löste bei den Feuerwehrleuten eine Satzungsänderung aus, auf die die Stadt Homberg gedrängt hat. Stefan Uhlig, Wehrführer aus Mardorf, verlas eine Stellungnahme an Hombergs Bürgermeister Martin Wagner.

Wörtlich heißt es darin: „Die von Ihnen formulierte Dienstanweisung, die eine Wertung der politischen Position unserer Vereinsmitglieder voraussetzt, lehnen wir ab.“ Der Erwerb und die Beendigung der Mitgliedschaft sei in den Vereinssatzungen ausreichend geregelt. Politische und religiöse Betätigungen seien ohnehin ausgeschlossen. Die Feuerwehr arbeitete auf Grundlage der demokratischen Grundordnung, sie distanziere sich von politischen Aktivitäten jeglicher Art. Die erlassene Dienstanweisung werde daher nicht akzeptiert und nicht umgesetzt. Dafür erntete Uhlig viel Zustimmung.

„Die von Ihnen formulierte Dienstanweisung, die eine Wertung der politischen Position unserer Vereinsmitglieder voraussetzt, lehnen wir ab.“

Bürgermeister Martin Wagner hatte die geplanten Satzungsänderungen vorgestellt (siehe weiteren Bericht) und darauf hingewiesen, dass es sich um einen Entwurf handele, der nach der Kommunalwahl verabschiedet werden solle. Der Bürgermeister dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz beim Gefahrgutunfall bei der Firma CTL.

Diesen Einsatz, aber auch die Katastrophe in Japan griff auch Kreisbrandinspektor Werner Bähr auf: Die Feuerwehren müssten für alle möglichen Szenarien stets gut vorbereitet und ausgerüstet sein. Dennoch könne man eine Übung auf gar keinen Fall mit dem Ernstfall vergleichen.

Stadtbrandinspektor Jörg Rohde ließ das Einsatzjahr Revue passieren. Die Homberger Feuerwehren rückten zu insgesamt 193 Einsätzen aus. Darunter waren 34 Brandeinsätze, 97 Hilfeleistungseinsätze, 16 Brandsicherheitsdienste bei Veranstaltungen und 46 Fehleinsätze.

In den 17 Einsatzabteilungen der Kreisstadt leisten 399 Männer und Frauen Dienst. Zehn Jugendfeuerwehren und zwei Kinderfeuerwehren mit 147 Jungen und Mädchen gibt es. 172 Männer und Frauen gehören der Alters- und Ehrenabteilung an.

Rohde machte darauf aufmerksam, dass gemeinsam mit der Gemeinde Knüllwald ein Handyalarmierungssystem angeschafft wird. So können einzelne Feuerwehrleute gezielt zu Einsätzen gerufen werden.

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Quelle: HNA

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