Die Jungen Tenöre traten am Samstag vor 300 Zuhörern in der Stadtkirche Treysa auf

Aus Pop wurde Klassik

Begeisterten das Publikum: Hans Hitzeroth, Ilja Martin und Hubert Schmid (von links), besser bekannt als die Jungen Tenöre, mischten in ihrem Programm gekonnt geistliche und weltliche Werke. Alle Titel sangen sie in klassischer Stimmlage. Foto: Rose

Treysa. Ilja Martin, Hubert Schmid und Hans Hitzeroth begeisterten am Samstagabend das Publikum in der Treysaer Stadtkirche. 300 Zuhörer waren gekommen, um den Jungen Tenören zu lauschen. Das Trio präsentierte sich zusammen mit seinen drei Musikern in perfekter Harmonie. Dabei gelang es den Tenören, Klassik, Pop und Schlager miteinander zu verweben – alles in klassischer Stimmlage.

Beim Publikum kam die Mischung bestens an. Unter die Haut ging das „Halleluja“ aus Händels Messias. Auch zwei Versionen des „Ave Marias“ – jeweils als Solo gesungen – verfehlten ihre Wirkung nicht. Moderiert wurde der Konzertabend von Ilja Martin, der dann auch gleich erklärte, warum das „Ave Maria“ häufig gesungen werde: „Das ist die Strafe für jeden von uns, der wieder zu oft und zu lang einer Frau hinterher schaut.“

Spätestens beim würdevollen Vortrag eines Ausschnittes aus der Oper des Komponisten und Organisten Cesar Franck verflog die Komik dann auch wieder. Der Durchbruch gelang Franck übrigens nie: „Anders als Georg-Friedrich Händel, der quasi der Popstar unter den Komponisten war“, erklärte Martin. Immer wieder habe er es geschafft, seine Melodien erfolgreich unterzubringen. „Er hat bei sich selbst geklaut.“

Arie aus der Oper Semele

Entsprechend eingängig war auch die Arie aus der Oper „Semele“: „Where ever you walk“, ein gern gehörter Segenswunsch zur Hochzeit. Bekannte Klänge ertönten mit Schuberts Messe in Es-Dur und dem Werk „Et incarnatus est“. Mit dem Titelsong der gleichnamigen neuen CD bewiesen die Tenöre Experimentierfreude. Zu Wagners „Hochzeitsmarsch“ texteten sie wagemutig „Schön wie der Tag“. Bachs Orchestersuite „Air“ war den drei Musikern vorbehalten: Kontrabass, Piano und Saxophon in wundervollem Einklang.

Mit „Tochter Zion“ aus Händels Oratorium und „In dulci jubilo“ – dem aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirchenlied „Nun singet und seid froh“ – läuteten die Tenöre ein neues Kapitel ein. Gemeinsam mit dem Publikum stimmten die Sänger „Schneeflöckchen“ und „Kling Glöckchen, klingelingeling“ an. Spätestens bei „Stille Nacht, heilige Nacht“ dürfte sich der Zauber der Vorweihnachtszeit bei Akteuren und Zuhörern eingestellt haben.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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