Entspannen ohne sich zu verbiegen, lernen die Teilnehmer im Yoga-Kurs für Männer bei Horst Schäfer

Yoga ist hier jetzt Männersache

Seine Mission heißt Entspannung: Kursleiter Horst Schäfer zeigt, dass Yoga nicht nur etwas für Frauen und besonders Gelenkige ist. Foto: Brück

Ziegenhain. Im Internet finden sich unter dem Suchbegriff Yoga-Übungen die wildesten Verrenkungen. Beim Anblick von Figuren wie dem Skorpion, bei dem man auf den Unterarmen balancierend die Beine wie einen Stachel nach vorne streckt, oder der Schildkröte, die vorschreibt das Kinn auf dem Boden sitzend möglichst tief zwischen die ausgestreckten Beine zu pressen, bekommt auch der Sportlichste schnell Schweißperlen auf der Stirn.

Ganz anders im Yoga-Kurs für Männer des Deutschen Roten Kreuz in Ziegenhain. Hier geht es nicht darum, den Körper möglichst weit zu verbiegen. Stattdessen steht Entspannung ganz oben auf der Liste von Kursleiter Horst Schäfer.

„Wir wollen uns selbst kennenlernen, mit Achtsamkeit und Gewaltlosigkeit gegen unseren Körper“, erklärt der 59-Jährige den acht Teilnehmern zu Beginn des Kurses. Er selbst betreibt seit 20 Jahren aktiv Yoga.

Atmung ist wichtig

Eine Zeit, in der er in den Übungen mehr gefunden hat, als ein Mittel gegen seine frühere Unbeweglichkeit. „Yoga ist der Weg des Glücks, zu Entspannung und Selbsterfahrung“, erklärt Schäfer. Um das zu erlernen, üben seine Schüler besonders die richtige Atmung. „Fühlt wie die Luft eure Lungen füllt und langsam wieder herausgepresst wird“, ertönt die tiefe, entspannende Stimme des Kursleiters immer wieder durch den Raum. Die Teilnehmer spüren wie sich ihr Brustkorb hebt und senkt.

„Wir machen hier keine großen Verrenkungen“

Horst Schäfer

Zu den Atemübungen kommen dann leichte Dehnungen, wie die Arme kreisen lassen, oder die Beine auf dem Rücken liegend in die Luft strecken. „Auch die kleinen Übungen entfalten ihre Wirkung. Wir machen hier keine großen Verrenkungen“, erklärt Schäfer.

Entspanntes Lächeln

Die Teilnehmer konzentrieren sich nur auf ihren eigenen Körper - die Augen sind geschlossen, niemandem muss etwas peinlich sein. Trotzdem hat Schäfers Erfahrung gezeigt, dass Männer unter sich besser entspannen können, als in gemischten Kursen.

Da in seinen Kursen immer nur wenige männliche Teilnehmer gewesen seien, habe er vor drei Jahren erstmals Yoga nur für Männer angeboten. Mit Erfolg: Unter den Schülern finden sich auch dieses Mal einige, die schon von Anfang an dabei sind.

„Wer jeden Tag Yoga macht, bleibt lange fit.“

Horst Schäfer

Ganz gleich ob Anfänger oder alter Hase, am Ende des zweistündigen Kurses hat jeder ein entspanntes Lächeln im Gesicht. Ein Gefühl, das sich jeder täglich mit nur wenigen„ Übungen auch Zuhause holen könne, beschreibt Schäfer die Wirkung des Yoga.

Aktiv auch mit 84 Jahren

Dabei sei das Alter völlig egal. Die älteste Teilnehmerin des Frauenkurses ist auch mit 84 Jahren weiter aktiv. „Wer jeden Tag Yoga macht, bleibt eben lange fit“, sagt Schäfer und verabschiedet seinen Kurs mit einem langgezogenen, meditativen Omm, das noch lange durch den frisch gelockerten Körper der Teilnehmer schwingt. 

Von Dominik Brück

Quelle: HNA

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