Bedingungen für Pharmazeuten haben sich verschlechtert

Zahl der Apotheken droht zu sinken

Wolfhager Land. Nachdem der Ärzte-Schwund im Wolfhager Land spürbar geworden ist, bekommen auch die Apotheker im Altkreis Nachwuchsprobleme. In der Kernstadt Wolfhagen könnte es bald nur noch zwei Apotheken geben. Im vergangenen Jahr waren es noch vier.

Nach Angaben des Hessischen Apothekerverbandes sind derzeit ein Viertel aller Apotheker in Hessen über 60. Viele würden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. „Vor allem auf dem Land sind aber Apotheken nur schwer an Nachfolger zu verkaufen“, sagt die Sprecherin Kirsten Müller-Kuhl.

Karl-Wilhelm Heisen verwaltet noch bis Ende Mai übergangsweise die Schützeberger Apotheke in der Wolfhager Innenstadt. Der 63-Jährige wird danach aber nicht mehr als selbstständiger Apotheker zur Verfügung stehen, kündigt er an. „Ich weiß aber noch nichts von einem Nachfolger“, sagt Heisen. Er sieht den Bestand der Apotheke daher gefährdet. Grundsätzlich sei die wirtschaftliche Situation für Apotheker erheblich schwieriger geworden. Junge Pharmazeuten hätten weniger Anreize, bestehende Apotheken zu übernehmen, da durch neue Gesetze die Erlöse geringer würden. Und das bei hohem Einsatz durch lange Arbeitszeiten und Notdienste.

Ein weiteres Problem sei zunehmende Konkurrenz durch immer mehr Internetapotheken. „Die haben günstigere Auflagen als wir“, klagt Heisen.

Die Hauptsorge vieler Apotheker ist der Ärztemangel. Wenn weniger Ärzte vor Ort sind, würden Patienten auch weniger Rezepte bei den ortsansässigen Apotheken einreichen. In Naumburg macht es sich laut Hella Beyl, die mit ihrer Mutter zwei Apotheken in Naumburg und Bad Emstal betreibt, bemerkbar, dass es in der Stadt seit einigen Monaten nur noch eine behandelnde Hausärztin gibt. „Wir haben seitdem zusätzliche Einbußen“, sagt die 34-Jährige. Seite 2

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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