Zustrom aus Somalia

Zahl der Asylbewerber in Wolfhagen wächst weiter

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Volles Haus: Die zuerst fertig gestellte Unterkunft in der Wolfhager Pommernanlage ist voll belegt. Ins zweite Haus ziehen derzeit wöchentlich neue Bewohner ein.

Wolfhagen. Seit Januar wächst die Zahl der Asylbewerber in der Wolfhager Pommernanlage. Zu diesem Zeitpunkt war die zweite ehemalige Mannschaftsunterkunft bezugsfertig. "142 Personen sind inzwischen in Wolfhagen untergebracht", sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

In beiden Häusern stehen insgesamt 180 Plätze zur Verfügungn. „Pro Woche kommen zehn bis 15 Personen neu an“, so Kühlborn. In Kürze werden durch den Ansturm der Asylbewerber beide Häuser voll belegt sein.

Die meisten Flüchtlinge in Wolfhagen kommen derzeit aus Somalia (33). Es folgt Eritrea (31) und Syrien (25). Neu in der Pommernanlage sind Asylbewerber aus Algerien (10). 20 Personen kommen aus den Balkanländern. Bei der Zuweisung der Neuankömmlinge achte man darauf, welche Personen miteinander harmonieren würden, erklärt der Kreis-Pressesprecher. In Fuldatal bringe man beispielsweise vorwiegend Einzelreisende unter. Wie sehr es die Asylbewerber ins städtische Umfeld zieht, erkenne man daran, wie schnell sie in eigene Wohnungen zögen. So wollen Flüchtlinge aus Nieste, Helsa, Trendelburg und Wolfhagen gern schnell eine Wohnung mieten. In den Unterkünften in Vellmar und Fuldatal, die über eine gute Anbindung verfügten, sei die Verweildauer länger.

In Wolfhagen bieten derzeit viele Vermieter eine Wohnung für Asylbewerber an.

Flüchtlinge bekommen in Deutschland finanzielle Unterstützung in Höhe des Hartz- IV-Satzes. Nach Auskunft von Harald Kühlborn erhalten Alleinstehende oder alleinerziehende Erwachsene seit Januar 2014 insgesamt 362 Euro im Monat (davon 222 Euro zur Sicherung des physischen Existenzminiums und 140 Euro zur Deckung des soziokulturellen Existenzminimums). Der Ehe- beziehungsweise Lebenspartner erhält 326 Euro - weitere haushaltsangehörige Erwachsene 290 Euro. Kinder zwischen 15 und 18 Jahren erhalten 280 Euro im Monat, Kinder zwischen sieben und 14 Jahren 247 Euro und Kinder unter sechs Jahren 215 Euro. Außerdem werden die Kosten für eine angemessene Unterkunft höchstens bis zur Wohngeldhöchstgrenze und Heizkosten nach einem bundesweiten Heizkostenspiegel angesetzt.

Somit hat eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern (5 und 8 Jahre) 1150 Euro im Monat. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass ein Erwachsener rund 139,35 Euro im Monat für Nahrungsmittel, 32,98 Euro für Bekleidung und Schuhe, 32,80 Euro für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung sowie 16,87 Euro für Gesundheitspflege benötigt. Ein Kind unter sechs Jahren benötigt danach 85,08 Euro für Nahrungsmittel, 33,72 Euro für Bekleidung und Schuhe, 7,61 Euro für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung sowie 6,59 Euro für Gesundheitspflege.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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