Es gibt weniger Asylsuchende und mehr Einbürgerungen

Zahl der Ausländer im Kreis nimmt ab

Schwalm-Eder. 6700 Menschen ohne deutschen Pass leben derzeit im Schwalm-Eder-Kreis. Somit gibt es 3,6 Prozent Ausländer in der Region, teilt der Leiter des Ausländerwesens des Landkreises, Bernd Schwalm, mit. Und es werden immer weniger.

„Vor zehn Jahren wohnten circa 8000 Migranten hier“, sagt Schwalm. Das sind 1300 Menschen mehr als heute. „Statistisch gesehen geht die Zahl der Migranten zurück“, sagt Schwalm.

Damit liegt der Landkreis im bundesweiten Trend, denn insgesamt ging die Anzahl der neuen Migranten um zehn Prozent zurück, weiß Hille Hobbiebrunken-Oltmer von der Volkshochschule Schwalm-Eder.

2011 genehmigte der Landkreis nur noch für 127 Menschen das Asyl und 122 Anträge befanden sich in einem schwebenden Verfahren. Ein Grund für den Rückgang ist, dass weniger Flüchtlinge Asyl beantragen. Vor zehn Jahren lebten 3000 Asylsuchende in Schwalm-Eder.

Einen weiteren Grund für den Rückgang sieht Schwalm in der zunehmenden Zahl der Einbürgerungen. „Immer mehr Ausländer beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft“, erklärt der Leiter des Ausländerwesens. Insgesamt drei Prozent der Migranten lassen sich durchschnittlich jedes Jahr einbürgern. Zudem erhalten neugeborene Kinder, von denen ein Elternteil bereits länger als acht Jahre in Deutschland lebt, einen deutschen Pass. Laut der Studie „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung haben 18 Prozent der dreijährigen Kinder in Tageseinrichtungen einen Migrationshintergrund.

Auch die Nachfrage nach Integrationskursen, die für Neuzuwanderer verpflichtend sind, nimmt ab. Derzeit wird in Melsungen, Treysa, Homberg und Fritzlar jeweils nur ein Kurs angeboten. 2011 legten 65 Personen die Abschlussprüfung ab. „Das ist ein Rückgang“, sagt Hille Hobbiebrunken-Oltmer.

Quelle: HNA

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