Zahl der Diebstähle auf Baustellen nimmt zu

Schwalm-Eder. Die Zahl der Diebstähle auf Baustellen nimmt zu. Gab es 2010 noch 38 Fälle im Landkreis, in denen Diebe und Einbrecher in Rohbauten, an Schienenanlagen und auf Straßenbaustellen zuschlugen, stieg diese Zahl von 56 in 2011 auf 76 im vorigen Jahr. Die Bilanz des laufenden Jahres werde ähnlich aussehen, sagt Polizeisprecher Reinhard Giesa.

Oft hätten es die Diebe auf Diesel abgesehen, den sie auf Baustellen aus Baggern und Lastern abpumpten. Doch längst nicht alle Firmen zeigten diese Diebstähle auch an: Die Dunkelziffer sei hoch, sagt Giesa, weil viele Betriebe solche Vorfälle nicht meldeten, solange sie sich nicht häuften.

Noch begehrter als Diesel aber seien Baugeräte. Immer wieder würden Rüttelplatten und andere Maschinen von den Baustellen verschwinden. Selbst Baufirmen, die ihre Geräte in einen Container aufbewahrten und als weiteren Schutz einen Bagger davor stellten, erlebten oft eine böse Überraschung. „Manche Diebe schrecken eben auch nicht davor zurück, das Fahrzeug kurzzuschließen, es wegzufahren und dann den Container aufzubrechen“, sagt Giesa.

Ob es sich aber um Diebstähle auf Rohbauten, Autobahnbaustellen oder von Gleisanlagen handele, so hätten doch alle etwas gemein: Es gibt meist keine Zeugen. „Viele Autofahrer sehen im Vorbeifahren, dass sich mitten in der Nacht etwas auf einer Baustelle tut, dass da Maschinen verladen werden“, sagt Giesa. „Aber kaum einer kommt auf die Idee, dass er gerade ein Verbrechen beobachtet.“

Solange die Preise für Diesel und Maschinen weiter steigen, werde die Zahl der Diebstähle nicht sinken, sagt Giesa. Sein Tipp an die Unternehmen: Große Fahrzeuge nicht vollgetankt über Nacht stehen lassen, Maschinen gut sichern. Seine Bitte an Passanten: Zum Hörer greifen und der Polizei ungewöhnliche Vorkommnisse melden. Nur so könne so mancher Täter dingfest gemacht werden. (bra)

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Quelle: HNA

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