Die Region ist eine der dicht besiedeltsten in Deutschland

Zahl der Waschbären im Landkreis nimmt zu

Wolfhager Land. Von einer Plage, wie sie die Menschen in den westlichen Stadtteilen Kassels erleben, ist der Altkreis Wolfhagen noch entfernt. Dennoch: Die Zahl der Waschbären wächst auch im Westen von Kassel deutlich.

In den vergangenen beiden Jagdjahren wurden kreisweit jeweils mehr als 1100 Tiere erlegt, gefangen und überfahren. Vor zehn Jahren waren es noch knapp 500 Waschbären, wie aus einer Statistik der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Kassel hervorgeht.

Nach einer Studie des Biologen Frank-Uwe Michler gehört der Landkreis Kassel seit einigen Jahren zu den Regionen in Deutschland, in denen die Waschbärendichte am höchsten ist. „Dort, wo die Tiere seit geraumer Zeit leben, nehmen die Populationen zu“, sagt der Wissenschaftler, der nach Forschungsarbeiten in Kassel jetzt ein Waschbären-Projekt im Nationalpark Müritz betreut. Waschbären seien anpassungsfähige Lebewesen, die sich hervorragend auf den Menschen einstellen können.

Zwischen den Lebensräumen in ländlichen Gegenden und der Stadt Kassel, in der inzwischen 2000 der Raubsäuger leben, gibt es allerdings einen gewaltigen Unterschied. In Städten wie Naumburg oder Zierenberg hielten sich die Quälgeister größtenteils nur nachts auf. Hier gingen sie auf Nahrungssuche. Tagsüber würden sich die Waschbären in die Wälder zurückziehen, wo sie ihre Schlafplätze haben und ihre Jungen aufziehen.

Loswerden können die Bewohner des Kreisgebietes die Tiere nicht mehr. „Der Zug ist längst abgefahren“, sagt Michler. Gegenüber den Menschen in Kassel haben die Hausbesitzer in den kleineren Orten aber die Chance, die Tiere als unliebsame, vierbeinige Mitbewohner in ihren Häuser zu verprellen. Sie können ihre Gebäude für die Säugetiere unattraktiv gestalten. Die Tiere sollten nicht gefüttert, Biotonnen verschlossen und Nahrungsreste nicht auf den Kompost geworfen werden.   ZUM TAGE, SEITE 4

Quelle: HNA

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