Zahl der Wildunfälle im Landkreis ist erschreckend hoch

Schwalm-Eder. Die Zahl der Wildunfälle häuft sich: Die vier Polizeistationen im Landkreis nehmen in diesen Tagen eine ungewöhnlich hohe Zahl an Wildunfällen auf. „Es sind so viele wie selten", sagte ein Sprecher der Polizei in Melsungen.

Wenn der Trend anhält, könnte dieses Jahr die ohnehin hohe Bilanz des Vorjahres noch übertreffen: 2013 ereigneten sich 3397 Unfälle im Schwalm-Eder-Kreis - darunter 1120 Wildunfälle.

Der Leiter des regionalen Verkehrsdienstes Schwalm-Eder, Dirk Daniel, legt Zahlen vor. Im vorigen Jahr belief sich der Schaden, der bei Zusammenstößen mit Rehen, Hirschen, Wildschweinen entstand, auf 1,3 Millionen Euro. Zwei Menschen wurden dabei schwer, acht weitere leicht verletzt.

Nicht jeder dieser Unfälle ist so spektakulär wie der, der sich in der vorigen Woche in Waltersbrück ereignete: Dabei war ein 56-Jähriger aus Willingshausen schwer verletzt worden, als ein Rehbock die Windschutzscheibe seines Wagens durchschlug (HNA berichtete). Doch jeder einzelne stelle eine große Gefahr dar, die es zu vermeiden gelte, sagte Dirk Daniel.

Er macht das frühe Frühjahr und die ungewöhnlich hohen Temperaturen für die große Zahl an Wildunfällen verantwortlich, die sich zurzeit ereignen. Er ruft die Autofahrer zu mehr Vorsicht auf: Autofahrer sollten vor allem morgens und abends, wenn das Wild verstärkt unterwegs sei, an Waldrändern eher langsam fahren.

Daniel hat einen eher pragmatischen Rat für den Fall, dass ein Tier auf der Fahrbahn stehen sollte: auf keinen Fall ausweichen. Besser sei es, die Bremse durchzutreten und das Lenkrad fest zu halten. Wer ausweiche, riskiere, dass das Auto ins Schleudern gerate und von der Fahrbahn abkomme. „Die Folgen könnten noch schlimmer sein als ein Zusammenstoß mit einem Reh“, sagt Daniel.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Kommentare